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Der Tabak:
Die
Tabakpflanzen gehören zur Familie Solanaceae einem Nachtschattengewächs.
Die am häufigsten kultivierte Art trägt den wissenschaftlichen
Namen Nicotiana tabacum, der Bauerntabak den Namen Nicotiana rustica.
Die Pflanzen werden ausschließlich
wegen ihrer nikotinhaltigen Blätter angepflanzt. Diese Blätter
werden in getrocknetem Zustand geraucht, gekaut oder geschnupft.
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Die
am häufigsten kultivierte Art wird einen bis drei Meter hoch und
bildet an einem kräftigen, aufrechten Stiel zehn bis zwanzig breit
elliptische, wechselständige giftige Blätter(wie erst im 19.
Jahrhundert bemerkt wurde). Die Blüten der Tabakpflanze sind, wie
die anderer Arten dieser Familie, röhrenförmig und rosa oder
weiß gefärbt. Diese sind Tagsüber geschlossen, da sie
zu den Nachtschattengewächsen zählt.
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GESCHICHTE
Tabak ist auf dem amerikanischen Doppelkontinent
heimisch; vermutlich waren die Mayavölker die Ersten, die ihn nutzten.
Sie brachten ihn den indianischen Ureinwohnern Nordamerikas, die ihn für
medizinisch wertvoll hielten und in religiösen Zeremonien einsetzten.
Das karibische Volk der Arawak rauchte den Tabak, wie Christoph Kolumbus
1492 beobachtete, in einer „Tobago” genannten Röhre.
Diese gab dem Tabak seinen Namen. Der Tabak wurde 1556 von Santo Domingo
(Dominikanische Republik) aus nach Spanien gebracht; im gleichen Jahr
führte der französische Diplomat Jean Nicot den Tabak nach Frankreich
ein; nach ihm erhielt die Pflanze ihren systematischen Namen. 1585 erreichte
der Tabak mit dem englischen Seefahrer Sir Francis Drake auch England;
durch den englischen Entdecker Sir Walter Raleigh wurde die Praxis des
Pfeifenrauchens am Königshof eingeführt. Bald darauf wurde überall
in Europa und Russland Tabak geraucht, und im 17. Jahrhundert war das
Tabakrauchen auch bis nach China, Japan und an die Westküste Afrikas
vorgedrungen.
In Nordamerika wurde Tabak
in der Siedlung Jamestown (Virginia) schon seit 1615 genutzt. In Gärten,
auf Feldern und sogar auf der Straße pflanzte man Tabak an; er sollte
bald die wichtigste Nutzpflanze und das Hauptzahlungsmittel in der englischen
Kolonie werden. Nach 1776 dehnte sich der Tabakanbau nach North Carolina
und bis Missouri im Westen aus. 1864 fand sich auf einer Farm in Ohio
eine Tabakform, die kein Chlorophyll enthält. Diese als „White
Burley” bezeichnete Tabaksorte wurde zu einem Hauptbestandteil amerikanischer
Tabakmischungen, besonders nach der Erfindung der Zigarettenmaschine im
Jahr 1881. Gegen Ende der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts waren die
Vereinigten Staaten nach China der zweitgrößte Tabakproduzent
der Welt; weitere wichtige Tabakanbauländer sind Indien, Brasilien,
Russland und die Türkei.

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ANBAU
und Verarbeitung
Nicotiana
(Tabak) wird in rund 120 klimatisch verschiedenen Ländern bis hinauf
auf 50 Grad nördlicher Breite angebaut, jedoch stammen die hochwertigeren,
handelsfähigen Produkte aus nur wenigen ausgewählten Regionen;
ihr Anbau erfordert große Sorgfalt und intensive Handarbeit. In
Europa wird Tabak seit 1560 angebaut. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen
in Griechenland (54.770 Hektar) und Italien (37.680 Hektar). In Deutschland
liegt die Anbaufläche bei ca. 4.600 Hektar, vor allem in Baden-Würtemberg
und Rheinland-Pfalz. Österreich baut auf ca. 120 Hektar Tabak an.
Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2002. Das nördlichste Anbaugebiet
Europas liegt in Mecklenburg-Vorpommern.
Ausgesät wird der Tabak
zunächst auf einem Setzlingsbeet geschützt vor starkem Wind,
aber von der Sonne beschienen. Um Insekten, Parasiten und Unkraut zu zerstören,
wird die Erde vor der Einsat durch Abbrennen, Dämpfen oder chemische
Hilfsmittel z.T. sterilisiert.Nur in sehr kalten Regionen wird die Pflanze
unter einem Glas- oder Plastikdach gezogen. Ansonsten wird die Saat mit
einem dünnen Baumwolltuch oder einer dünnen Lage Gras, Stroh
oder Piniennadeln abgedeckt um sie vor nächtlicher Kühle zu
schützen. 17 Gramm Samen liefern im günstigsten Fall 9.000 -
15.000 Setzlinge die nach 8 - 10 Wochen 10 - 18 cm groß sind. In
den meisten Gegenden werden die Setzlinge immer noch per Hand umgepflanzt.
Die verschiedenen Sorten benötigen unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten.
Maryland: sandig bis sandig-lehmig, Burley: Schwemmsand-Lehm oder Ton-Lehm-Boden.
Die unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten bestimmen den Charakter des
Tabaks sogar wenn er aus dem selben Saatbeet stammt. Die Setzlinge werden
je nach Sorte in unterschiedlichen Abständen gesetzt. Wenn eine Pflanze
die gewünschte Größe erreicht hat, entfernt man vor der
Blüte die Blütenstände oben an der Pflanze, damit sich
das Wachstum auf die Blätter konzentriert.
Die Ernte erfolgt 70 - 130 Tage nach dem umpflanzen. Die
Blätter werden zeitlich gestaffelt von Hand geerntet, sobald sie
am Stängel einen bestimmten Reifegrad erreicht haben. Man hängt
sie dann in Trockenspeichern auf und trocknet sie an der Luft, über
einem Feuer oder durch Hitze. Jede Tabaksorte welkt, färbt sich und
trocknet so auf spezielle Weise, um jeweils das erwünschte Aroma
zu erzielen.
Burley- und Marylandtabak wird in geschlossenen Schuppen naturgetrocknet
(air-cured, 1 - 2 Monate).
Die Rauchtrocknung (fire-cured) geschieht mit nicht harzigen Edelhölzern
(3 - 10 Wochen nachdem der Tabak 2 - 6 Tage an der Luft getrocknet wurde).
Ab 1825 verwendete man Holzkohle die eine unerwünschte aromatisierte
Aromatisierung durch den Edelholzrauch reduzierte.
Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg wurden Öfen mit Rauchabzug
zur Heißlufttrocknung (flue-cured bes. Verginia-Tabak) eingeführt.
Der Trocknungsvorgang benötigte nur 4 - 8 Tage.
Die Sonnentrocknung (sun-cured) findet vorwiegend bei Orient-Tabaken anwendung.
Bei der Trocknung verliert der Tabak ungefähr 85% seines Gewichts.
Auf die Trocknung folgt die
Fermentation. Hierbei handelt es sich um einen Gährungsprozess bei
dem derNikotingehalt um 15 - 30% reduziert wird und das pflanzliche Eiweiß,
das beim Verbrennen nicht besonders gut riecht, abgebaut. Durch die Fermentation
werden aber auch die Duft und Aromastoffe freigesetzt.
Nun beginnt die Zusammenstellung
der verschiedenen Pfeifentabakmischungen. Bevor der Tabak verpackt werden
kann, muss er noch verschiedene Prozesse durchlaufen. In einem Vakuumfeuchtkessel
wird er geschmeidig gemacht. Die Blätter werden voneinander gelöst
und die Blattrippen werden entfernt. Danach wird der Tabak in Soßiertrommeln
mit 15 - 25% Soße versehen, was man auch Flavorisieren nennt und
hauptsächlich der Süßung dient.
Nach einer erneuten Trocknungszeit kann der Tabak zu einem Block zusammengepresst
werden. Dabei wird ein Druck von mehreren Tonnen erzeugt. Dann kann der
Tabak in die gewünschten Breiten geschnitten werden. Nun folgt die
letzte Trocknungszeit, zum Teil über mehrere Monate, bei der eine
besondere Klimatisierung eine Art zweite Fermentation bewirkt.
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