Die am häufigsten gestellten Fragen rund um das Pfeiferauchen
| Autor: Marcus Jacob vom daft-Web-Team |
(im
Web)
Erstveröffentlichung in de.alt.fan.tabak am 17.07.1999
in der Fassung vom
21.12.2002
- Vorwort
- Für den Anfänger
- Kleine Pfeifen-Anatomie
- Die richtige Pfeife
- Der richtige Tabak
- Das Stopfen
- Das Anzünden
- Das Einrauchen
- Das Reinigen
- Meine Pfeife gurgelt!
- Meine Pfeife geht ständig aus!
- Zungenbrand
- Themen für die Fortgeschrittene
- Bruyere-Pfeifen
- Salz & Alkohol
- Meerschaum-Pfeifen
- Calabash-Pfeifen
- Missouri-Meerschaum / corncobs
- Ton-Pfeifen
- Wie lagere ich meinen Tabak?
- Ist teuer gleich besser?
- Gebrauchtpfeifen
- Sandstrahlen und Rustizieren
- Sind gekittete Pfeifen schlecht?
- Durchbrenner
- Mit oder ohne Filter ?
- Systempfeifen
- Einrauchpaste
- Streichholz oder Feuerzeug?
- Straight Grains und Birds Eyes
- Kann ich Pfeifen selber machen?
- Lose oder festsitzende Mundstücke
- Lippen- und Normalbiß
- Handcut-Mundstücke
- Beizverfahren
- Lack und Wachs
- oil curing
- Pfeiferauchen und Gesundheit
- Begriffe
- Materialien für Pfeifenköpfe
- Bruyere
- Meerschaum
- Calabash
- Missouri Meerschaum
- Tonpfeifen
- Porzellan
- sonstige
- Materialien für Mundstücke
- Ebonit
- Cumberland
- Acryl
- Bernstein
- Horn und Knochen
- Tabake
- Die verschiedenen Typen
- Die Grundtabake
- Schnittarten
- Zubehör
- Pfeifenbesteck
- Pfeifenreiniger
- Pflegeprodukte
- Pfeifenschlüssel / Reamer
- Pfeifenständer und -schränke
- Pfeifentaschen
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0. Vorwort
Alles bleibt in Bewegung ... und so kommt hier die mittlerweile dritte
Auflage des Pfeifenraucher-FAQ. Wie auch beim letzten Mal gibt es vor
allem kleinere Änderungen und Ergänzungen.
Die in diesem Dokument angesprochenen Themen richten sich natürlich
vorrangig an den Anfänger, aber auch der fortgeschrittene Pfeifenfreund
wird hier sicher noch die eine oder andere Anregung finden. Die aufgenommenen
Fragen sind eine Art Spiegel dessen, was so in der letzten Zeit in de.alt.fan.tabak
zur Diskussion stand. Auch die Antworten stammen oft daher. Zusätzlich
habe ich, neben sonstigen Quellen aus dem Internet (http://www.pipes.org/), das hervorragende
alt.smokers.pipes FAQ von Mark Lathem als Quelle benutzt,
dem Autor sei hier nochmals Dank gesagt.
Auch wenn sorgfältig recherchiert wurde und die Antworten meist die
derzeit herrschende Meinung wiedergeben, so sei doch gesagt, daß das
Pfeiferauchen mehr Kunst als Wissenschaft ist und daher manches nie
eindeutig zu klären sein wird. Ich verweise hier nur auf die Rubriken
Filter, Kitt sowie Einrauchpaste ...
Aus diesem Grund lieber noch eine Warnung, manche Tips sind teilweise
umstritten oder erfordern vielleicht etwas handwerkliches Geschick.
Wer Angst um seine Pfeife hat, sollte Dinge wie zum Beispiel die gründliche
Pflege und Reinigung einem erfahrenen Pfeifenmacher überlassen.
Trotzdem, nicht verzagen! So schwer ist es dann doch nicht, auch wenn
es sich manchmal so lesen sollte. Der Autor ist halt Ingenieur, daher
die Ähnlichkeit mit einer Bedienungsanleitung ;-)
Ein Wort zum Schluß, ein gutes FAQ lebt von seinen Lesern, ich möchte
daher alle ausdrücklich darum bitten, ihre Meinungen, Anträge, Vorschläge
und sonstiges weiterzugeben, entweder direkt an mich oder an de.alt.fan.tabak.
Viel Spaß beim Lesen und Rauchen
Marcus Jacob
marcus@daft.de
Hinweis: Dieses FAQ unterliegt dem Copyright und ist mein alleiniges
geistiges Eigentum. Es darf für private, nicht-kommerzielle Zwecke ohne
weitere Genehmigung ganz oder in Auszügen genutzt werden, solange es
inhaltlich nicht verändert wird und ein Hinweis bzw. Link auf das Originaldokument
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Autors.
Die enthaltenen Bilder von H.-J. Starke und e.o.plauen dürfen aus Gründen
des Urheberrechts nicht auf anderen Seiten als www.daft.de verwendet
werden.
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1. Für den Anfänger
1.1 Kleine Pfeifen-Anatomie
Bevor es losgeht, erst mal ein kleiner Blick ins Innere einer Pfeife,
damit auch alle wissen, wie die einzelnen Teile richtig heißen ...

Viel zu erklären gibt es hier eigentlich nicht, aber vielleicht ein
paar Worte zur richtigen Lage der Bohrungen zueinander. Der Rauchkanal
sollte die Kopfbohrung an ihrem tiefsten Punkt erreichen. Wie man hier
aber schon sehen kann, geht das bei stärker gebogenen Pfeifen technisch
nicht. Ein großes Problem stellt es aber nicht dar, man kann halt nur
nicht bis ganz unten durch rauchen.
Wichtiger ist, daß von oben gesehen, der Rauchkanal mittig im Kopf austritt.
Sonst brennt der Tabak ungleichmäßig, da der außermittige Sog einen
kleinen Wirbel erzeugt.
Beim Kauf sollte man auch auf einen guten Sitz des Mundstücks achten.
Es sollte weder zu lose noch zu fest im Holm sitzen. Auch der Übergang
von Holm und Mundstück sollte einer Prüfung unterzogen werden. Hält
man die Pfeife gegen das Licht, sollte kein Spalt am Übergang sichtbar
werden. Es ist zwar lediglich ein kosmetisches Problem, deutet aber
oft auf die Verarbeitungsqualität der gesamten Pfeife hin.
Die Zapfenbohrung sollte eine kleine Ansenkung besitzen, der Zapfen
sollte am Übergang ins Mundstück eine zur Verstärkung eine "Schulter"
haben. Optimalerweise sollte der Rauchkanal in Form eines Trichters
in den Zapfen eintreten. Dieses kleine Detail sorgt für einen turbulenzarmen
Rauchstrom, ist aber nur bei wenigen gewissenhaften Pfeifenmachern zu
finden.
Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man an einer neuen Pfeife probeweise
ziehen. Keine oder geringe Strömungsgeräusche deuten auf gute und sorgfältige
Verarbeitung hin. Eine Pfeife, die wirklich "pfeift", wird oft durch
stärkere Kondensatbildung auffallen, da sie den Rauchstrom erheblich
verwirbelt.
Alles klar? Dann geht's jetzt los!
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1.2 Die richtige Pfeife
Die Auswahl der richtigen Pfeife ist für den Anfänger manchmal recht
schwierig und entscheidet doch wesentlich über den erzielbaren Genuß.
Die erste Pfeife sollte stets eine Bruyerepfeife sein, die anderen Varianten
sind doch eher etwas für den Fortgeschrittenen, weil sie sich entweder
in Handhabung oder ihren Raucheigenschaften unterscheiden. Da es in
Deutschland sowieso fast ausschließlich Pfeifen für 9mm Filter gibt,
sollte der Anfänger ruhig auch ein Päckchen Filter kaufen.
Was sollte man nun für den Anfang investieren? Nur wenn man sich überhaupt
nicht sicher ist, ob man wirklich ernsthaft rauchen will, sollte man
sich bei seinem Tabakhändler nach den preiswerteren Pfeifen im Bereich
zwischen 15 und 25 € umschauen. Die Qualität ist hier weitaus geringer
als bei einer Markenpfeife und gerade so noch ausreichend, um einen
ersten Eindruck vom Pfeiferauchen zu gewinnen. Und wenn es einem doch
nicht schmeckt, ist der finanzielle Verlust gering.
Wer sich dagegen schon sicher ist, daß er das Pfeiferauchen mag, sollte
etwa ab 25 - 40 € aufwärts investieren. Hier findet man doch schon die
einfacheren Modelle von namhaften Herstellern und kann sich einer gewissen
Qualität sicher sein. Da man eine Pfeife nach jedem Rauchen stets mindestens
einen Tag ruhen lassen sollte, ist es auch ratsam, gleich mehrere Pfeifen
zu erwerben.
Die Form ist im wesentlichen Geschmackssache, nur sollte die Pfeife
für den Anfang nicht zu groß und nicht zu klein sein. Gut eignen sich
leicht gebogene Pfeifen, sie sind leichter im Mund zu halten als die
geraden, und sie sind leichter zu reinigen als die stark gebogenen.
Die Wandstärke der Pfeife sollte nicht zu gering bemessen sein, etwa
5 mm sind das Minimum. Und ob es nun eine glatte oder eine rauhe, sandgestrahlte
Pfeife ist, macht für den Anfang kaum einen Unterschied, außer im Preis.
(Eine womöglich noch bunt lackierte Pfeife sollte man lieber im Laden
lassen, der Lack unterbindet jede Atmung des Holzes.)
Am wichtigsten ist, die Pfeife muß in erster Linie gefallen! Das Pfeiferauchen
macht erst richtig Spaß, wenn man sich an der Form, den Farben und dem
Gefühl in der Hand erfreut!
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1.3 Der richtige Tabak
Es gibt so viele verschiedene Tabake, daß eine Empfehlung für einen
ganz bestimmten gar nicht möglich wäre. Auch hier gilt, der eigene Geschmack
zählt! Was dem einen schmeckt, wird dem anderen kalte Schauer verursachen.
Generell sollte man aber in der Mitte anfangen, also am Besten bei nicht
oder nur leicht aromatisierten Tabaken. Meist wird ein guter Händler
seinen Kunden ein paar Proben mitgeben, damit kann man dann schon ein
paar erste Schritte wagen. (Genauere Erklärungen zu den verschiedenen
Typen von Tabakmischungen gibt es hier.) Später kann man dann ganz
nach Lust und Laune herumprobieren, bis man seine ganz persönlichen
Favoriten gefunden hat.
Wenn man nun Pfeife und Tabak kauft, sollte man die sonst noch benötigten
Requisiten nicht vergessen, Pfeifenreiniger, ein einfaches Pfeifenbesteck,
ein paar Filter sowie Streichhölzer.
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1.4 Das Stopfen
Diese Prozedur vor dem Rauchen sollte nicht leichthin vernachlässigt
werden, entscheidet sie doch wesentlich über den späteren Genuß! Das
Prinzip hört sich einfach an, der Tabak muß von unten nach oben fester
werdend gestopft werden. In der Praxis ist das nicht immer so einfach,
hier heißt es Üben und Experimentieren, zumal sich hier jeder Tabak
anders verhält.
Die einfachste Methode geht in drei Schritten vor sich. Zuerst füllt
man die Pfeife bis oben lose mit Tabak und preßt diesen dann etwa auf
die Hälfte zusammen. Dann wieder losen Tabak bis oben nachfüllen und
zusammenpressen, diesmal etwa auf 3/4. Zum Schluß die Pfeife wieder
auffüllen, diesmal mit einem kleinen "Berg", und nochmals zusammenpressen.
Es sollte nun zwischen Tabakoberfläche und Pfeifenrand noch ein wenig
Platz sein, da der Tabak beim Anzünden aufquillt und einem sonst auf
die Hose fällt.
Ob die ganze Prozedur geklappt hat, bekommt man heraus, wenn man an
der Pfeife zieht. Geht es zu leicht oder zu schwer, muß man die Pfeife
wohl noch einmal ausräumen und von vorn anfangen. Der richtige Zug sollte
etwa so sein, wie beim Trinken mit Strohhalm ...
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1.5 Das Anzünden
Hat man nun also die Strapazen des richtigen Stopfens hinter sich gebracht
und zu Testzwecken die verschiedensten Getränke durch verschiedene Strohhalme
konsumiert, geht es jetzt richtig los.
Beim Anzünden muß man dafür sorgen, daß die gesamte Oberfläche des
Tabaks gleichmäßig glimmt. Ob man dafür nun Streichholz oder Feuerzeug
benutzt, muß jeder selbst entscheiden, stilecht und von den Puristen
bevorzugt ist auf jeden Fall das gute alte Streichholz oder gar ein
Fidibus.
Mit der Flamme streicht man gleichmäßig über den Tabak, während man
gleichzeitig an der Pfeife zieht. Dabei muß man versuchen, möglichst
die gesamte Oberfläche in Brand zu setzen. Meistens gelingt das nicht
mit dem ersten Streichholz, also den aufgequollenen und schon leicht
angekohlten Tabak wieder mit dem Pfeifenstopfer einebnen und mit den
nächsten Streichholz anzünden.
Auf jeden Fall sollte man beim Anzünden darauf achten, den Rand der
Pfeife nicht allzu sehr mit anzukohlen, es sieht einfach nicht schön
aus.
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1.6 Das Einrauchen
So wie man früher sein Auto einfahren sollte, muß man auch seine Bruyere-Pfeife
einrauchen, mit viel Geduld und Vorsicht.
Das Einrauchen dient dazu, eine dünne, schützende Kohleschicht im Inneren
der Rauchkammer aufzubauen. Mit dieser Schicht, die aus Tabakasche,
verbrannten Zuckerstoffen und teerartigen Rückständen besteht, wird
das wertvolle Holz vor der direkten Glut geschützt. Außerdem nimmt diese
Schicht die bei der Verbrennung entstehende Feuchtigkeit auf und sorgt
so für trockeneren Rauch.
Viele Pfeifen haben heute bereits eine Beschichtung, die das Einrauchen
überflüssig machen oder zumindest erleichtern soll. Ob diese Beschichtungen
nun sinnvoll sind oder nicht, wird jeder Pfeifenraucher anders beantworten.
Hier kann man einfach selber Erfahrungen sammeln, indem man beide Varianten
ausprobiert, allerdings sind unbeschichtete Pfeifen in unteren Preislagen
selten zu bekommen. Manchmal wird man den Rat hören, unbeschichtete
Pfeifen zum Einrauchen mit Honig oder ähnlichem zu behandeln, hiervon
sollte man besser die Finger lassen. Oftmals bekommt die Kohleschicht
dadurch keinen richtigen Halt und fällt spätestens beim ersten Zurückschneiden
wieder ab.
Als Einrauch-Tabak sollte man einen normal geschnittenen Tabak seiner
Wahl verwenden, Flake- oder Curly-Tabake sind im Abbrand nicht ganz
einfach zu kontrollieren und führen gerade bei Anfängern schnell zu
lokalen Hitzenestern. Bei der gewählten Geschmacksrichtung sollte man
auf extrem gesoßte und aromatisierte Tabake verzichten, da diese Aromen
oft lange Zeit in der Pfeife verbleiben. Generell kann man feststellen,
daß Englische oder Naturbelassene Tabake eine gleichmäßigere und härtere
Kohleschicht aufbauen als aromatisierte Vertreter.
Während des Einrauchens müssen die drei wichtigsten Regeln des Pfeiferauchens
unbedingt eingehalten werden.
- Erstens, langsam rauchen! Man muß eine Weile probieren, bis man
seinen richtigen Rhythmus gefunden hat, aber um so langsamer man raucht,
um so besser schmeckt es und um so mehr schont es die eigene Zunge
und die wertvolle Pfeife. Befolgt man diesen Rat, wird man den nächsten
selten brauchen.
- Nämlich, zweitens, nie zu heiß rauchen! Wenn man die Wärme der Pfeife
in der Hand oder am Handrücken als schmerzhaft empfindet, sofort aufhören
und die Pfeife abkühlen lassen, danach kann sie wieder angezündet
und weitergeraucht werden.
- Drittens, die Pfeife nach dem Rauchen immer ausruhen lassen, mindestens
einen, besser 2 bis 3 Tage, sonst sammelt sich die Feuchtigkeit im
Holz und die Pfeife fängt an schlecht zu schmecken. Als Indikator,
ob eine Pfeife trocken genug ist, kann der Geruch dienen. Eine noch
feuchte Pfeife riecht unangenehm und säuerlich, verschwindet dieser
Geruch, ist die Pfeife trocken.
Wie man die Pfeife zum Einrauchen befüllt, ist ein altes Streitthema
der Experten. Die einen empfehlen, von Anfang an immer komplette Füllungen
zu rauchen. Andere meinen, man sollte die Füllungen schrittweise steigern,
zum Beispiel anfangs nur halb füllen und nach fünfmal Rauchen auf ganze
Füllungen umsteigen, wodurch sich am Pfeifenboden eine bessere Kohleschicht
aufbauen soll.
Beide Methoden haben ihre speziellen Vor- und Nachteile, doch egal wie
man es macht, wer die drei obengenannten Hinweise befolgt, wird recht
selten Schiffbruch erleiden.
Für das Einrauchen wäre es zwar, theoretisch gesehen, optimal, jede
Füllung auch bis zum Boden durchzurauchen (der schon erwähnten Kohleschicht
wegen), aber meistens wird das nicht gelingen, entweder weil die Pfeife
vorher ausgeht oder weil die Pfeife im letzten Viertel nicht mehr schmeckt.
Man sollte hier lieber seine Zunge schonen und die Pfeife beiseite legen,
als mit Märtyrertum auch noch den letzten Krümel aufzurauchen.
Sollte sich allerdings auch nach einiger Zeit keine Kohleschicht am
Boden aufbauen, so sollte man mit ein paar halben Füllungen versuchen,
Abhilfe zu schaffen. Dauerhaft ungeschützte und durchfeuchtete Böden
sind oft das Ende einer guten Pfeife, da sie schnell schlechten Geschmack
bzw. Geruch verbreiten.
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1.7 Das Reinigen
Zuerst sollte man natürlich die Asche und die unverbrannten Reste des
Tabaks ausleeren, dabei mit dem Pfeifenbesteck nachhelfen. Für den Aufbau
einer guten Kohleschicht ist es nützlich, die Asche zunächst mit dem
Räumdorn gründlich aufzulockern und umzurühren, die Pfeife dann mit
dem Daumen oder einem Tuch zuzuhalten und zu schütteln. Damit verteilt
man die feinen Aschepartikel schön über die gesamte Innenwand und nebenbei
nimmt die trockene, hygroskopische Asche auch noch eine ganze Menge
Feuchtigkeit auf.
Pfeifen bitte NIE an harten Gegenständen ausklopfen, damit ruiniert
man sich das beste Stück! Lieber an der Handfläche ausklopfen oder einen
Aschenbecher mit Korkeinsatz kaufen. Ein eingeklebter Sektkorken tut
es natürlich auch.
Direkt nach dem Rauchen ist es sinnvoll, einen Pfeifenreiniger durch
das Mundstück einzuführen und so die Kondensate gleich zu entfernen.
Mit dem weiteren Reinigen der Pfeife sollte man sich immer solange gedulden,
bis sie etwas abgekühlt ist. Dann mit Pfeifenreinigern gründlich den
Rauchkanal von Mundstück und Holm säubern. Oft hört man den Rat, einen
Pfeifenreiniger längere Zeit im Zugloch zu belassen, um so Feuchtigkeit
aufzunehmen. Tatsache ist aber, daß dadurch die Belüftung der Pfeife
behindert wird und so das Austrocknen länger dauert. Wer mit Filter
raucht, wird stets das Mundstück abnehmen müssen, denn der Filter sollte
jedesmal gewechselt werden. Danach sollte die Pfeife mindestens einen
Tag ruhen, um austrocknen zu können.
Von Zeit zu Zeit muß man Großreinemachen, dazu muß man dann das Mundstück
mit drehender Bewegung abnehmen. Dabei darauf achten, das Mundstück
immer nur in Uhrzeiger-Richtung zu drehen, nie hin und her! Dann werden
alle inneren Teile gründlich mit Pfeifenreinigern und vielleicht auch
speziellen Reinigungsflüssigkeiten (Wodka oder Whisky geht auch) bearbeiten,
dabei nicht die Zapfenbohrung im Holm der Pfeife vergessen! Achtung,
viele Pfeifen sind mit alkohollöslichen Farben gebeizt, also keine Reiniger
an die Außenseiten kommen lassen, sonst gibt es unschöne Flecken. Auch
die Ebonit-Mundstücke mögen Alkohol nicht so sehr, außen zumindest.
Ist die Oberfläche des Mundstücks unansehnlich geworden, kann man hier
mit speziellen Polierpasten nachhelfen, diese gibt es im gutsortierten
Fachhandel. Nach dieser Behandlung sieht das Mundstück aus wie neu.
Das Aufpolieren an einer rotierenden Polierscheibe verlangt viel Gefühl
und sollte besser dem Fachmann überlassen werden! Und nochmal, immer
die Pfeife auskühlen lassen, bevor man das Mundstück abnimmt! Sonst
riskiert man lockere Mundstückzapfen oder gar gerissende Holme.
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1.8 Meine Pfeife gurgelt!
Dieses schöne Geräusch wird von der sich am Boden und im Holm ansammelnden
Feuchtigkeit verursacht. Und übermäßige Feuchtigkeit ist der Feind Deiner
Pfeife und des Geschmacks! Die Ursachen können sein:
- Zu schnelles Rauchen.
Versuche Deine Rauchgeschwindigkeit zu verlangsamen, anfangs wird
Dir dabei die Pfeife ständig ausgehen, aber mit der Zeit bekommt man
den Dreh raus.
- Die Pfeife ist noch nicht eingeraucht.
Die Kohleschicht, die beim Einrauchen entsteht, nimmt einen großen
Teil der Feuchtigkeit auf. Also weiter schön vorsichtig einrauchen.
- Der Tabak ist zu feucht.
Gerade die aromatisierten Tabake sind recht feucht und hinterlassen
damit auch viel Kondensat in der Pfeife. Hier kann man den Tabak vorsichtig
etwas austrocknen lassen und es dann wieder probieren, solange, bis
man den richtigen Feuchtegrad gefunden hat.
Als erste Hilfe kann man während des Rauchens einen Pfeifenreiniger
durch den Rauchkanal des Mundstücks einführen und damit die angesammelte
Feuchtigkeit aufsaugen. Aber nie das Mundstück während des Rauchens
abnehmen!
Eine andere Alternative, die gerade während der Einrauchzeit hilfreich
ist, ist die Verwendung von speziellen Trockengranulaten. Diese bestehen
aus Meerschaum oder Silikaten und werden einfach vor dem Stopfen auf
den Boden der Pfeife gestreut.
Wenn man nicht gerade in guter Gesellschaft ist, kann man auch einfach
das Kondensat ausschütteln. Dazu die Pfeife mit der Handfläche zuhalten
und die Flüssigkeit durch das Mundstück herausschleudern. (Erinnert
an das Herunterschütteln eines Fieberthermometers) Dabei bitte darauf
achten, wohin man zielt ...
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1.9 Meine Pfeife geht ständig aus!
Nun, das kann auch dem erfahrenen Raucher gelegentlich passieren. Muß
man jedoch seine Pfeife jedesmal 10mal anzünden, sollte man folgendes
überprüfen.
- Habe ich richtig gestopft?
Sowohl zu fest, als auch zu lose gestopfte Pfeifen brennen schlecht.
- Habe ich auch gleichmäßig angezündet?
Damit der Tabak von oben bis unten gleichmäßig brennen kann, muß die
gesamte Oberfläche glimmen, sonst raucht man einen "Kanal" durch den
Tabak und drumherum bleibt unverbrannter Tabak stehen.
- Stopfe ich nach?
Da sich der Zugwiderstand während des Rauchens verringert, sollte
man gelegentlich mit dem Pfeifenstopfer die Ascheschicht leicht zusammenpressen,
um so den Widerstand zu regulieren. Außerdem bringt man damit die
Glut und den Tabak wieder näher zusammen.
- Stimmt die Rauchgeschwindigkeit?
Der richtige Rhythmus beim Pfeiferauchen sollte so bemessen sein,
daß die Pfeife weder ausgeht, noch übermäßig heiß wird. Da das aber
für jede Pfeife und jeden Tabak verschieden ist, gibt es hierfür kein
Patentrezept und man muß ein wenig probieren.
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1.10 Zungenbrand
An dieser Erfahrung kommt leider kein Pfeifenraucher vorbei, egal ob
Anfänger oder alter Hase. Meist entsteht die schmerzhafte Reizung der
Zunge durch zu heißes Rauchen oder zu feuchten Tabak. Durch den dabei
entstehenden Wasserdampf wird die Zunge regelrecht gedünstet. Andere
Ursachen können bestimmte Inhaltsstoffe in Tabaken sein, gerade stark
aromatisierte Mischungen sind immer wieder der Auslöser, auch wenn auf
jeder Packung das Prädikat "mild" oder "zungenfreundlich" steht.
Dem Anfänger sei hier einfach Geduld ans Herz gelegt. Mit dem Erlernern
richtiger Rauchtechnik gibt sich das Problem meist. Zudem macht auch
die Zunge eine Anpassung durch und wird sozusagen abgehärtet.
Ist der Zungenbrand einmal da, hilft aber nur eine konsequente Rauchpause,
bis die Reizung abgeklungen ist. Milch oder Joghurt kühlen und lindern
den Schmerz ein wenig. Kohlensäurehaltige Getränke bewirken oft das
Gegenteil und sollten gemieden werden.
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2. Themen für die Fortgeschrittenen
2.1.1 Bruyere-Pfeifen
Grundsätzlich sollte man seine Pfeifen nach dem Rauchen abkühlen lassen
und so gut es geht austrocknen. Bei Filterpfeifen muß man das Mundstück
sowieso abnehmen um den Filter zu wechseln, dabei kann man gleich mit
einem weichen Pfeifenreiniger die Kanäle in Holm und Mundstück sowie
die Filterbohrung auswischen. Bei allen anderen Pfeifen reicht es aus,
einen Pfeifenreiniger durch das Mundstück bis in den Kopf zu schieben,
was aber bei stärker gebogenen Modellen manchmal schwierig sein kann
und Fingerspitzengefühl verlangt. Meist hilft es, die Spitze des Pfeifenreinigers
ein wenig abzuknicken und dann mit drehenden Bewegungen die Holmbohrung
zu suchen.
Wer verspielt ist, kann das aus der Pfeife herausstehende Ende des
Reinigers zweimal rechtwinklig abbiegen und erhält damit eine kleine
Kurbel, mit der man den Reiniger schön in Kanal rotieren lassen kann.
Damit macht dann das Pfeifeputzen doch gleich richtig Spaß!
Gut bewährt hat sich auch das Ausschütteln der Pfeife, dazu den Kopf
so anfassen, daß das Mundstück zwischen den Fingern herausschaut. Dann
mit einer schnellen Handbewegung die angesammelte Feuchtigkeit durch
das Mundstück herausschleudern. Vorsicht, nicht mit dem Mundstück irgendwo
anschlagen, sonst wird eine neue Pfeife fällig!
Nach spätestens fünfmaligem Rauchen muß man die Pfeife dann aber doch
gründlicher reinigen, sonst wird sie garantiert anfangen, schlecht zu
schmecken. Dazu die Pfeife vorsichtig "zerlegen". Das Mundstück sollte
stets in kaltem Zustand und nur in Uhrzeigerrichtung heraus- und wieder
hineingedreht werden. (Bei der Herstellung der Pfeife wird das Zapfenloch
in der Regel mit einem normalen, rechtsläufigen Bohrer gefertigt. Dabei
werden Holzfasern genau in diese Richtung gelegt und so geglättet. Dreht
man das Mundstück andersherum heraus, so "bürstet" man diese Fasern
quasi gegen den Strich und rauht so die Bohrung wieder auf.) Dann die
Rauchkanäle, die Zapfen- und die Filterbohrung mit Pfeifenreinigern
und etwas Reinigungsflüssigkeit oder Alkohol auswischen. Gut eignen
sich dabei die etwas steiferen, borstigen Reiniger oder spezielle Bürstchen.
Wattestäbchen, Q-Tips oder zusammengedrehter Zellstoff (Küchenrolle)
sind auch ein dienliches Werkzeug. Den Alkohol aber immer schön von
der Außenseiten der Pfeife fernhalten, sonst riskiert man Flecken und
Verfärbungen! Die Rauchkammer sollte man auf anhaftende Krümel und Tabakreste
hin inspizieren, die man vorsichtig mit dem Besteck entfernt. Dabei
aber nicht die Kohleschicht selber beschädigen.
Ist das Mundstück angelaufen, bringen Polierpaste und ein weiches Tuch
dieses wieder auf Hochglanz. Ordinäre Scheuermilch fürs Bad oder auch
Zahnpasta ergeben übrigens eine ganz brauchbare Politur. Hartnäckigen
Fällen kann man mit feinster Stahlwolle (Grad 000) aus dem Baumarkt
zu Leibe rücken. Dadurch entsteht eine mattierte Oberfläche, die man
mit Politur wieder blank bekommt. Reicht diese Behandlung nicht aus,
kann man mit einer rotierenden Polierscheibe für die Bohrmaschine und
Polierpasten weiter polieren. Allerdings sollte man dabei vorsichtig
zu Werke gehen, da zum einen bei zu hohen Drehzahlen das Mundstück Brandstellen
bekommen kann und zum anderen die Scheibe schnell die Pfeife erfaßt
und wegreißt. Beim Polieren an der Maschine sollte das Mundstück an
der Pfeife verbleiben, sonst werden schnell die Kanten an der Berührungsfläche
Mundstück-Holm mit wegpoliert und abgerundet und dann ist die Schönheit
dahin. Damit bei dieser Prozedur nicht Beize vom Holm abpoliert wird,
kann man diesen mit ein paar Lagen Klebeband umwickeln und so schützen.
Eine alternative Reinigungsmethode für sehr stark verfärbte Mundstücke
ist das Einlegen in eine chlorhaltige Bleichlösung, zum Beispiel einen
entsprechenden WC- oder Haushaltsreiniger. Stempel oder Einlagen im
Mundstück sollte man vorher mit einem Klecks Vaseline abdecken, da die
Bleichlösung sehr aggressiv ist. Nach dieser Behandlung ist das Mundstück
zwar von Ablagerungen und Verfärbungen befreit, dafür aber leicht aufgerauht
und zernarbt. Diese Oberfläche läßt sich aber sehr schnell mit einer
Polierscheibe wieder auf schwarzen Hochglanz bringen.
Den Pfeifenkopf kann man mit speziellen Pflegetüchern, zum Beispiel
von Dunhill, abwischen und so den Glanz erhalten. Alternativ bietet
sich auch hier das Polieren mit Carnauba-Wachs an der Maschine an.
Diese simplen Schritte sollten für die alltägliche Pflege vollkommen
ausreichen.
Mit der Zeit wird sich jedoch die Kohleschicht im Pfeifenkopf immer
weiter aufbauen. Irgendwann ist es dann Zeit, diese auf das richtige
Maß, 1 bis 2 mm, zurückzuschneiden. Tut man das nicht, kann der Druck,
den die Schicht auf die Pfeife ausübt, schlimmstenfalls den Kopf reißen
lassen. Mit dem richtigen Werkzeug ist diese Arbeit recht einfach, wenn
auch schmutzig. Man sollte jedoch aufpassen, daß man die Bohrung auch
richtig kreisrund aufweitet, was mit den ganz einfachen Reamern problematisch
sein kann. Keinesfalls darf man bis aufs blanke Holz zurückschneiden,
solche ungeschützten Stellen brennen dann schnell durch und brauchen
erneutes Einrauchen. Wer es sich nicht zutraut, oder keinen guten Pfeifenschlüssel
besitzt, kann die Pfeifen auch bei einem Pfeifenmacher oder in einem
guten Geschäft aufarbeiten lassen.
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2.1.2 Salz & Alkohol
Wenn eine Bruyere-Pfeife trotz regelmäßiger Pflege anfängt, schlecht
zu schmecken, dann liegt das entweder an vernachlässigter Pflege oder
an den angesammelten Kondensaten. Hier kann man oft mit einer ganz einfachen
Methode Abhilfe schaffen.
Dazu braucht man normales, nicht jodiertes Salz und möglichst hochprozentigen
Alkohol, entweder aus der Apotheke oder aus der Wodka-Flasche. Achtung,
Brennspiritus ist nicht geeignet, da er mit Bitterstoffen versetzt ist,
um ihn ungenießbar zu machen. Außerdem sollte man ein paar Zellstofftücher
und Pfeifenreiniger zur Hand haben.
Dann entfernt man das Mundstück, steckt eventuell einen Pfeifenreiniger
in das Zugloch im Kopf und befüllt diesen mit dem Salz. Da in letzter
Zeit von einigen "Unfällen" zu hören war, sollte man die Zapfenbohrung
nicht dieser Behandlung unterziehen, bei einigen Leuten, oder besser
gesagt bei deren Pfeifen, hat das möglicherweise Risse im Holm verursacht.
Danach das Salz mit dem Alkohol befeuchten, wobei die Betonung auf "befeuchten"
liegt, das Salz soll nicht im Wodka schwimmen! Und wieder die Warnung,
der Alkohol darf nicht auf die gebeizten Außenseiten der Pfeife kommen!
Dann stellt man den Kopf in einen geeigneten Ständer und wartet, bis
der Alkohol verdunstet ist. Damit sollte man sich Zeit lassen, also
am Besten die ganze Sache am Abend anfangen und über Nacht stehen lassen.
Ist die Wartezeit vorbei, kann man sich ganz nebenbei noch eine Vorstellung
verschaffen, wie es im Inneren einer Raucherlunge aussehen muß. Auf
dem Salz hat sich nämlich jetzt eine dicke schwarzbraune Kruste gebildet,
die aus all den teerartige Rückständen besteht, die das Rauchen hinterlassen
hat. Jetzt muß man nur noch das Salz wieder entfernen, dazu die Kruste,
die richtig hart sein kann, mit den Pfeifenbesteck durchbrechen und
das Salz ausklopfen. Dabei sorgfältig vorgehen und alle Salzkörnchen
entfernen, sonst hat man beim nächsten Rauchen einen sehr komischen
Geschmack im Mund. Jetzt gibt man der Pfeife noch einen Tag Ruhe, damit
auch wirklich aller Alkohol verdunsten kann, und beim nächsten Rauchen
wird sie wieder ordentlich schmecken. Hilft diese Behandlung nicht,
ist die Pfeife wohl reif für den verdienten Ruhestand ...
Diese Methode wurde mittlerweile auch mehrfach mit der Verwendung von
Essig beschrieben. Da ich jedoch hier keine Erfahrungen aus erster Hand
habe, werde ich vorerst nicht weiter darauf eingehen.
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2.1.3 Meerschaum-Pfeifen
Die Pflege einer Meerschaumpfeife ist etwas einfacher als die einer
Bruyere-Pfeife. Nur muß man etwas vorsichtiger umgehen, da Meerschaum
in gewissem Sinne zerbrechlich ist.
Nach dem Rauchen stets mit einem Pfeifenreiniger die überschüssige Feuchtigkeit
entfernen, dabei bitte nicht zu forsch vorgehen, da das Material direkt
nach dem Rauchen weich sein kann. Die Verwendung von Reinigungsflüssigkeiten
beschränkt sich auf das Mundstück, dem Meerschaum selber tun sie nicht
so gut! Eine Kohleschicht ist bei Meerschaumpfeifen nicht notwendig
und auch nicht erwünscht, da sie die Poren verstopft und somit die Aufnahmefähigkeit
verringert. Man sollte also darauf achten, daß man die ausgetrocknete
Pfeife gelegentlich mit einem weichen Tuch oder einem zum U gebogenen
Pfeifenreiniger auswischt, um das Anhaften von Ascheresten zu verhindern.
Sollte sich doch einmal eine richtige Kohleschicht aufbauen, dann sollte
man diese vorsichtig mit einem scharfen Messerchen oder besser feinem
Sandpapier entfernen. Allerdings ist der Meerschaum weicher als die
Kohleschicht, sodaß hier große Vorsicht angebracht ist. Man sollte die
Kohle also nur schrittweise entfernen und zwischendurch kontrollieren.
Durch die aufgenommenen Kondensate nehmen Meerschaumpfeifen im Laufe
der Zeit eine braune oder rötliche Färbung an. Dabei bleiben die Stellen,
an denen man die Pfeife anfaßt, in der Regel heller, da sich hier die
Wachspolitur abgreift. Will man das vermeiden, darf man seine Pfeifen
daher nur noch mit Handschuhen oder am Mundstück anfassen. Einfacher
ist es, wenn man den Kopf gelegentlich mit einem Meerschaum-Pflegemittel
einreibt und damit die Bienenwachsbeschichtung wieder herstellt. Diese
Pflegemittel trägt man am Besten auf die gerade gerauchte, noch heiße
Pfeife auf, dann ziehen sie gut ein. Man kann ebenso ein wenig Bienenwachs
aufschmelzen und die Pfeife damit dünn einpinseln.
Noch ein Wort zu den Mundstücken, während alte Meerschaumpfeifen meistens
ein Steckermundstück mit Korkdichtung besitzen, werden in die neueren
Modelle Kunststoffbuchsen eingeschraubt. Damit man nun nicht jedesmal
die Buchse aus dem Holm herausschraubt, muß man auch hier das Mundstück
stets in Uhrzeigerrichtung drehend abnehmen und auch wieder anstecken.
Geht der Zapfen zu schwer in der Buchse, kann man mit Vaseline oder
Labello für die richtige Schmierung sorgen.
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2.1.4 Calabash-Pfeifen
Die Pflege einer Calabash ist aufgrund ihres komplizierteren Aufbaus
etwas aufwendiger. Im Inneren der Kürbisschale setzen sich Kondensate
ab, die gelegentlich entfernt werden müssen.
Dazu wird die Pfeife entsprechend der Hinweise des Herstellers auseinandergenommen.
Der Kürbis wird dann zu etwa einem Drittel mit Alkohol gefüllt. Nach
einer Einwirkzeit von einigen Minuten lassen sich die Ablagerungen mit
einem Lappen auswischen. Für hartnäckige Fälle hat sich auch die Verwendung
einer alten Zahnbürste bewährt. Man sollte die Teile vor dem Zusammensetzen
noch gründlich auslüften lassen, am Besten einen Tag lang.
Der Meerschaumeinsatz einer Calabash wird einfach wie oben beschrieben gereinigt und gepflegt.
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2.1.5 Missouri-Meerschaum / corncobs
Eigentlich sind corncobs ja sehr einfache Rauchgeräte mit geringer
Lebenserwartung. Trotzdem gibt es auch hier Tips zu richtiger Pflege
und Handhabung.
Der Hersteller empfiehlt, corncobs immer eine Woche, also wesentlich
länger als Bruyere, trocknen zu lassen. Reinigungsflüssigkeiten sollten
nicht verwendet werdem, da sie sehr tief in das poröse Material einziehen
und den Geschmack beeinträchtigen.
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2.1.6 Ton-Pfeifen
Tonpfeifen sind in der Pflege sehr anspruchslos. Sollte man wirklich
mal eines dieser zerbrechlichen Dinger so lange besitzen, daß Pflege
notwendig wird, braucht man sie nur in die Glut eines Kaminfeuers zu
legen. Damit werden alle Ablagerungen ausgebrannt. Wer keinen Kamin
hat, kann auch seinen Holzkohlegrill benutzen, sollte dabei aber darauf
achten, daß die Pfeife kein Bratwurstaroma bekommt :)
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2.2 Wie lagere ich meinen Tabak?
Für den richtigen Abbrand und Geschmack muß Tabak stets einen bestimmten
Feuchtigkeitsgehalt aufweisen. Er sollte weder zwischen den Fingern
zu Staub zerfallen, noch sollte er "naß" sein. Meistens, aber leider
nicht immer, ist der richtige Feuchtegrad schon vom Hersteller eingestellt
und solange die Verpackung noch versiegelt ist, ist der Tabak darin
gut geschützt. Nach dem ersten Öffnen wird er jedoch naturgemäß anfangen
auszutrocknen, da besonders die Folienbeutel und die eckigen Dosen kaum
wieder richtig verschließbar sind. Runde Blechdosen sind etwas besser,
aber auch sie sind nicht 100% dicht.
Als Notlösung kann man Tabaksbeutel oder -dosen auch in Plastiktüten
verpacken, wobei sich die Gefrierbeutel mit dem verschließbaren Rand
(ziplock) als recht brauchbar erwiesen haben. Auch ein Schweißgerät
für Folienbeutel kann recht gute Dienste leisten.
Wer aber seinen Tabak über längere Zeit frisch halten möchte, entweder
weil er nicht oft oder weil er viele Mischungen gleichzeitig raucht,
kommt um die Anschaffung geeigneter Vorratsgefäße nicht herum. Großvaterns
tönerner Tabaktopf sieht zwar schön und stilecht aus, ist aber auch
nicht richtig dicht.
Prinzipiell eignen sich alle Behälter, die luftdicht schließen. Runde
Kunststoff-Haushaltsdosen erfüllen diesen Zweck recht gut, dabei muß
es nicht gleich Tupperware sein. Etwas schöner und dekorativer sind
Vorratsgläser mit Schnappbügelverschluß, die es für ein paar Mark in
verschiedenen Größen und Farben gibt. Die eingelegte Gummidichtung sorgt
für absolut luftdichten Verschluß, dadurch hält sich Tabak in diesen
Gläsern über Jahre. Die Gummiringe sollte man vor dem ersten Gebrauch
mit heißem Wasser waschen, um die Abgabe von Gummiaroma an den Tabak
zu verhindern.
Manche Händler haben auch spezielle Behälter, zum Beispiel Acryltöpfe,
im Angebot, auch diese sind eine gute Wahl. Entscheidend sind hier,
abgesehen von der technischen Eignung, Geschmack und Geldbeutel.
Sollte der Tabak nun schon etwas ausgetrocknet sein, so hat man verschiedene
Möglichkeiten, diesen zu befeuchten. Keinesfalls sollte man mit einem
Schluck Wasser direkt in den Tabak nachhelfen! Besser ist es, den Tabak
mit einem Pflanzensprüher und destilliertem Wasser leicht zu übersprühen.
Da sich die Feuchtigkeit immer erst richtig verteilen muß, lieber wenig
sprühen und nach einigen Stunden kontrollieren und gegebenenfalls wiederholen.
Einfacher als der Sprüher sind Befeuchter, die entweder in den Tabaktopf
eingeklebt oder eingelegt werden. Diese werden bei Bedarf einfach unter
fließendes Wasser gehalten und ihr speichernder Kern gibt die Feuchtigkeit
dann langsam und gleichmäßig ab. Sehr gut eignen sich die von einigen
Händlern angebotenen, aluminiumumhüllten Keramikscheiben (Handelsname
Humydrole). Als konkurrenzlos preiswerte und fast genauso gute Alternativen
kann man aber auch einfach einen angefeuchteten Pfeifenfilter oder Pfeifenreiniger
oder auch eine gründlich gesäuberte Blumentopfscherbe benutzen.
Etwas aufwendiger, aber trotzdem mit Hausmitteln einfach herzustellen,
sind Befeuchter aus Filmdosen und Steckmasse. Dazu bohrt man in eine
Plastikdose für Kleinbildfilme mehrere kleine Löcher. Der Kern des Befeuchters
bsteht aus Steckmasse für Blumen, die es beim Floristen gibt. Es muß
sich aber um Material für Feuchtgestecke handeln. Mit der Filmdose sticht
man wie mit einem Ausstecher für Weihnachtsplätzchen einen runden Kern
aus. Dieser wird einfach befeuchet, dann kommt der Deckel auf die Dose
und fertig ist der ideale Befeuchter für größere Tabaksgläser!
(Den alten Insider-Tipp mit dem Stück Apfel oder Kartoffel als Befeuchter
vergißt man am Besten gleich wieder. Wenn man es versehentlich zu lange
beim Tabak läßt, riskiert man Schimmelbildung, dann ist der Tabak und
meistens auch das Gefäß nur noch Sondermüll!)
Richtig gelagert, hält sich Tabak ewig und oftmals wird Monate oder
Jahre abgelagerter Tabak mit der Zeit besser, ähnlich, wie Wein mit
der Zeit reift. Allerdings sollte man dabei von einfachen oder stark
aromatisierten Tabaken nicht allzuviel erwarten, während sich naturbelassene
und englische Mischungen spürbar verändern können.
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2.3 Ist "teuer" gleich "besser"?
Das ist eine schwierige Frage. Fest steht, daß man bei sehr billigen
Pfeifen, die man meistens in einem Korb mit einem 20 DM-Schild findet,
deutlich mehr Schlechte finden wird, auch wenn ab und an eine Gute dabei
sein kann.
Akzeptable Qualitäten beginnen günstigstenfalls bei 25 €, wobei 50
€ aber doch eher die Regel ist. In diesem Bereich findet man gut verarbeitete,
gut rauchende, solide Pfeifen, die jedoch schon mal Kittstellen aufweisen.
Wer eine kittfreie Pfeife möchte, muß mit deutlich höheren Preisen rechnen.
Wer sich die manchmal sehr teuren Pfeifen von Markenherstellern nicht
leisten kann oder will, sollte nach den sogenannten "seconds", d.h.
nach zweiter Wahl schauen. Diese Pfeifen sind in der Regel mit der gleichen
Sorgfalt aus hochwertigem Material gefertigt, haben jedoch ein paar,
meist kleinere Fehlstellen und tragen daher nicht den prestigevollen
Markennamen.
Ob aber nun eine Qualitätspfeife für 75 oder 100 € sehr viel schlechter
ist, als eines der Luxusmodelle für ein paar Tausender, ist ausgesprochen
fraglich.
Bei den Tabaken gilt ähnliches. Die ganz billigen Tabake, die man manchmal
an der Supermarktkasse kaufen kann, sind oft von bescheidener Qualität,
währenddessen man bei teureren und hochwertigen Blends mit Sicherheit
mehr erwarten kann. Jedoch spielt bei den Tabaken natürlich der persönliche
Geschmack eine große Rolle, weshalb mancher auch mit einem 4 €-Blend
zufrieden ist und die 9 €-Dose keines Blickes würdigt.
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2.4 Gebrauchtpfeifen
Eine preiswerte Art Pfeifen zu erwerben, ist der Gebrauchtpfeifenmarkt.
Entweder sucht man selber auf Flohmärkten, Haushaltsauflösungen, per
Kleinanzeige oder man wendet sich an darauf spezialisierte Händler.
In letzter Zeit finden sich auch bei Internet-Auktionen eine ganze Menge
gebrauchter (sowie auch neuer) Pfeifen, wobei auch hier das Spektrum
von Sondermüll bis Sammlerstück reicht.
Was ist denn nun der Vorteil der Gebrauchten? Nun, erstens bekommt
man die Pfeifen deutlich unter Neupreis, womit sich mancher den Traum
einer sonst sündhaft teuren Markenpfeife erfüllen kann. Auch spezielle
Modelle und Unikate sind oft nur noch auf diesem Weg zu bekommen. Außerdem
sind gebrauchte Pfeifen meistens recht robust, da sie oft schon jahre-
oder gar jahrzehntelang geraucht wurden, eine minderwertige Pfeife hätte
da schon lange das Zeitliche gesegnet.
Wenn man bei einem Händler kauft, kann man sich über den Zustand und
die Qualität ziemlich sicher sein, da diese die Pfeifen komplett reinigen,
desinfizieren und wieder auf Hochglanz bringen. Billige oder zu stark
beschädigte Pfeifen sind diesen Aufwand gar nicht wert und wandern in
den Mülleimer.
Wenn man auf dem Flohmarkt oder bei Auktionen kauft, sollte man schon
gewisse Erfahrung mitbringen, um den Wert der angebotenen Stücke beurteilen
zu können. Leider sind diese Pfeifen auch selten gut gereinigt, so daß
meistens noch eine Menge Arbeit wartet, bis die Pfeife wieder in rauchbarem
Zustand ist. Wer einmal eine Pfeife aufarbeiten mußte, die 10 Jahre
lang keinen Pfeifenreiniger gesehen hat, weiß was das heißt.
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2.5 Sandstrahlen und Rustizieren
Mit diesen beiden Techniken, die leider oft verwechselt werden, geben
Pfeifenmacher Modellen mit Fehlern, wie Einschlüssen oder Farbabweichungen,
eine rauh strukturierte Oberfläche.
Das Sandstrahlen bedarf einer speziellen und teuren Ausrüstung, die
nicht jeder Pfeifenmacher besitzt. Dabei wird mit dem Druckluftstrahl
mit Quarzsand und Korund das weichere, schwammige Füllholz des Bruyeres
regelrecht weggefräst, es bleibt dann nur das harte Strukturholz stehen,
was die Pfeifen auch sehr robust macht. Man erkennt echte sandgestrahlte
Oberflächen an der deutlich herausgearbeiteten Maserung. Für diese Technik
kann man also nur gute Holzqualitäten mit schöner Maserung verwenden.
Beim Rustizieren wird mit speziellen Werkzeugen die Oberfläche quasi
beschnitzt. Diese Technik wird zum einen verwendet, wenn eine Sandstrahlanlage
zu teuer ist. Zum anderen muß man sie bei geringeren Holzqualitäten
verwenden, wo das Sandstrahlen keine ansprechende Maserung herausarbeiten
kann. In diesem Fall sind rustizierte Pfeifen von geringerem Wert als
die Sandgestrahlten.
Beide Behandlungen haben jedoch einen Vorteil gemeinsam. Die rauhe
Oberfläche ist größer als die einer glatten Pfeife, daher wird die Pfeife
etwas besser gekühlt. Der geringere Preis von sandgestrahlten oder rustizierten
Pfeifen erklärt sich im Übrigen rein aus der höheren Nachfrage nach
perfekten, glatten Oberflächen, während der wahre Arbeitsaufand bedeutend
höher liegt.
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2.6 Sind gekittete Pfeifen schlecht?
Nein, zumindest dann, wenn die Pfeife nicht gerade zu einem Drittel
aus Kitt besteht. Der Aberglaube, daß alle gekitteten Pfeifen unbedingt
schlecht sein müssen, hat keinen Grund.
Auch im hochwertigsten Bruyere-Block finden sich immer wieder winzige
Hohlräume und Einschlüsse von Sand oder Steinen. Auch Insekten hinterlassen
manchmal Bohrgänge im Holz. Allerdings nimmt sich ein sorgfältiger Pfeifenmacher
die Zeit, diese Fehlstellen bestmöglich wegzuschleifen, was sich aber
durch den höheren Aufwand im Preis niederschlägt. Manche lassen sie
auch einfach als einen Tribut an das natürlich gewachsene Material stehen,
oder sie geben der Pfeife eine sandgestrahlte oder rustizierte, rauhe
Oberfläche. Andere Pfeifenmacher greifen halt lieber zum Kitt und wenn
sie diese Kunst beherrschen, wird man die Kittstellen zumindest am Anfang
kaum sehen. Leider verändern sich aber die Farben von Pfeife und Kitt
mit dem Gebrauch, so daß früher oder später der Kitt mehr oder weniger
zu sehen ist. Kitt ist somit vorrangig ein rein optischer Makel.
Vorsicht sollte man aber bei den billigen 20 DM Pfeifen walten lassen.
Hier findet man manchmal sehr viele und teilweise große, gekittete Stellen,
die man oft an ihrer unterschiedlichen Einfärbung erkennt. Hier ist
das Risiko sehr groß, daß auch im Inneren des Kopfes, in der Nähe der
Kopfbohrung, solche Hohlräume zu finden sind. Das Ergebnis kann dann
schlimmstenfalls eine durchgebrannte Pfeife sein.
Aber eine Markenpfeife mit ein paar kleinen Kittstellen kann man unbesorgt
kaufen, wenn einen die kleine optische Fehlstelle nicht stört.
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2.7 Durchbrenner
Der Alptraum eines jeden Pfeifenrauchers schlechthin!

Glücklicherweise tritt der gefürchtete Durchbrenner relativ selten
auf, auch wenn schon der eine oder andere alte Hase diese schmerzvolle
Erfahrung machen mußte.
Für das Auftreten dieses Schadens sind in der Regel mehrere Faktoren
verantwortlich. Zum einen muß die Verbrennungstemperatur hoch genug
sein, um das eigentlich recht feuerfeste Bruyere zu entzünden. Daher
kann man ja auch die Grundregeln, langsam und nie zu heiß zu rauchen,
nicht oft genug wiederholen.
Außerdem fehlt dem Holz oft die schützende Kohleschicht, die ja vorrangig
als Hitzeschild dient. Aus diesem Grund sind auch meistens neue Pfeifen
während der Einrauchphase vom Durchbrennen gefährdet. Leider helfen
hier auch viele der angepriesenen schwarzen Einrauchpasten wenig, auch
wenn es unter ihnen mittlerweile gute und hilfreiche Rezepturen gibt.
Aber auch eingerauchte Pfeifen sind nicht vor Durchbrennern sicher!
Dritter Faktor ist oft eine Fehlstelle im Holz selbst, das heißt, es
befindet sich zum Beispiel ein Hohlraum dicht unter der Oberfläche der
Rauchkammer oder die Wandstärke der Pfeife ist einfach zu gering. In
diesem Fall erhitzt sich das Holz übermäßig, da die Wärme nicht abgeleitet
werden kann. Aus diesem Grund sollte man ja auch bei Pfeifen mit vielen,
großen Kittstellen vorsichtig sein, wo schon Außen viele Fehler sind,
sind Innen sicher auch welche!
Aber auch der sorgfältigste Pfeifenmacher hat leider keine Röntgenaugen
und so kann auch schon mal das beste Markenfabrikat durchbrennen. Leider
bekommt man die Pfeife nicht immer ersetzt, aber eine Nachfrage beim
Hersteller kann trotzdem nicht schaden.
Einen beginnenden Durchbrenner kann man zuerst an einer sehr heißen
Stelle erkennen. Dann beginnt sich die Oberfläche der Pfeife dunkel
zu verfärben, zudem wird es mehr oder weniger deutlich nach verbranntem
Holz riechen. Im Endstadium wird dann ein richtiges Loch in der Pfeife
sichtbar. Von innen sieht eine beginnende Durchbrand-Stelle rissig und
holzkohleartig aus. In einem frühen Stadium kann man die Pfeife zum
Beispiel durch nachträgliches Aufbringen einer Einrauchpaste retten.
Manche Läden oder Pfeifenmacher bieten diesen Service an.
Eine richtig durchgebrannte Pfeife ist allenfalls durch das Einsetzen
eines Pflocks oder Dübels zu reparieren, allerdings dürfte sich das
selten lohnen.
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2.8 Mit oder ohne Filter?
Da die meisten Pfeifen in Deutschland mit Filterbohrung angeboten werden,
kann man ganz einfach mal mit und mal ohne Filter rauchen, um selber
den Unterschied zu spüren.
Ein Argument, das man oft in Verbindung mit der Filterfrage hören kann,
ist, daß die mit Aktivkohle oder Meerschaum gefüllten Filter den Nikotin-
und Teergehalt im Rauch vermindern. Da sich aber der Kontakt mit dem
Rauch im wesentlichen auf die Mundschleimhaut beschränkt und ein relativ
geringes Gesundheitsrisiko darstellt, kann das noch nicht der entscheidende
Vorteil sein.
Zweitens reduzieren Filter den Feuchtigkeitsgehalt des Rauchs. Das
ist auch richtig und eigentlich auch das einzig Gute an Filtern.
Aber, wer gelernt hat langsam zu rauchen und eine gute, richtig eingerauchte
Pfeife hat, wird auch ohne Filter kühlen und trockenen Rauch erhalten.
Außerdem beeinflussen fast alle Filter den Geschmack, was manchmal,
bei stark aromatisierten und scharfen Tabaken, gut sein kann und vor
dem gefürchteten Zungenbrand schützt. Bei hochwertigen Blends werden
aber oft die zarten Noten, die gerade das Erlebnis ausmachen, verschluckt.
Weniger Geschmackseinbuße bieten hier nur Balsaholz-, Meerschaum- oder
reine Papierfilter.
Noch einen Nachteil haben die Filter, wenn man vergißt, sie nach jedem
Rauchen zu wechseln, geben sie die aufgesaugte Feuchtigkeit wieder ans
Holz ab und können so die beste Pfeife ruinieren.
Wer aber trotzdem mit Filter rauchen will, sollte stets Markenfabrikate
benutzen, die noname-Filter, die es mancherorten gibt, haben meistens
einen deutlich zu hohen Zugwiderstand. Dann nämlich kommt man schnell
in einen Teufelskreis, der hohe Zugwiderstand erfordert stärkeres Ziehen,
was die Glut übermäßig anheizt. Dadurch werden noch mehr Kondensate
frei, die den Filter zusätzlich verstopfen. Daß dann der Zugwiderstand
noch höher wird und man wiederum stärker zieht, leuchtet wohl jedem
ein. Wenn man hier nicht aufpaßt, ist man auf bestem Weg zum Durchbrenner.
Beim Kauf der Filterpfeife sollte man mit einem Filter prüfen, daß die
Filterbohrung groß genug ist. Da der Filter beim Rauchen aufquillt,
sollte ein trockener Filter stets ein wenig Spiel in der Bohrung haben.
Pfeifen, die für Filter ausgelegt sind, kann man in der Regel ohne
Schwierigkeiten filterlos rauchen. Läßt man die Filterkammer leer, kommt
es aber manchmal durch die stärkere Verwirbelung des Rauchs zu vermehrter
Kondensation. In diesem Fall ist man entweder mit einem Papierfilter
mit durchgehendem Loch oder mit einem einsetzbaren Adapter gut beraten.
Die Adapter erfordern aber einen zusätzlichen Reinigungsaufwand.
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2.9 Systempfeifen
Unter Systempfeifen fallen hier alle Pfeifenkonstruktionen, die durch
ihre besondere Gestaltung einen besonders trockenen und kühlen Rauch
erzielen sollen.
Jeder Hersteller dieser Pfeifen hat dabei sein ganz eigenes, patentiertes
System. Meistens wird der Rauch in irgendeiner Art abgekühlt und die
dabei kondensierende Feuchtigkeit tropft in ein dafür vorgesehenes Reservoir.
Die bekanntesten Hersteller sind Peterson, Falcon und Kirsten, aber
auch andere Firmen haben sich schon daran versucht.
Nachteil dieser Pfeifen ist neben dem ungewöhnlichem Aussehen einiger
Systeme, die manchmal komplizierte Reinigung. Entfernt man die gesammelten
Kondensate nicht regelmäßig nach jedem Rauchen, endet man mit Sicherheit
mit einer scheußlich schmeckenden Pfeife. Die einmal eingetrocknete
Suppe läßt sich zudem nur sehr mühsam wieder herausbekommen.
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2.10 Einrauchpaste
Noch ein Thema, das die Experten erhitzt ...
Einem Gerücht nach wurde die schwarze Beschichtung im Inneren der Pfeife
erfunden, um Fehlstellen und Beizflecken in der Pfeife zu verdecken.
Außerdem spart es Arbeit, wenn die Kopfbohrung nicht mit viel Aufwand
innen glatt geschliffen werden muß. Wer sich also über die "Inneren
Werte" einer Pfeife sicher sein will, muß sich schon nach unbehandelten
Modellen umschauen, die aber bei preiswerten Herstellern meist schwierig
zu bekommen sind.
Allerdings gibt es heute gute Einrauchpasten, die tatsächlich den Aufbau
einer gleichmäßigen Kohleschicht fördern und so das Einrauchen sicherer
und leichter machen. Wenn es also eine Pfeife von einem namhaften Hersteller
ist, spricht eigentlich nichts dagegen, eine "angeschwärzte" Pfeife
zu kaufen. Bei sehr billigen Pfeifen kann man sich da aber nicht so
sicher sein, aber von diesen sollte man ja sowieso die Finger lassen.
Die Bestandteile der Pasten variieren von Hersteller zu Hersteller,
gängig sind zum Beispiel Holzkohle- , Ton-, Schamotte- oder Graphitpulver,
angerührt in Wasserglas, Eiweiß oder ähnlich geheimnisvollen Flüssigkeiten.
Eine der ausgeklügeltsten Mischungen besteht aus zwei Schichten, wobei
die erste für die Haftung am Holz sorgt und relativ hart ist. Die zweite
Schicht wird bei Erwärmung zunehmend weicher und klebriger und sorgt
so für das Anhaften von Aschepartikeln und den Aufbau der Kohleschicht.
Trotzdem lassen sich unbehandelte Pfeifen genauso gut einrauchen, man
muß halt nur ein wenig mehr aufpassen, kann aber dafür das Entstehen
der Kohleschicht besser verfolgen. Die Pfeife vor dem ersten Rauchen
mit Honig oder Wasser einzupinseln, sollte man besser unterlassen. Zwar
kann man damit das Ansammeln der Asche fördern, oft bekommt die Schicht
aber nicht die richtige Haftung zum Holz und löst sich spätestens nach
dem ersten Zurückschneiden wieder ab und man kann mit dem Einrauchen
von vorn beginnen.
Wer den Einrauchpasten nicht über den Weg traut oder deren Geschmack
nicht mag, kann die Beschichtung meist mit etwas Geduld und Alkohol
entfernen. Löst sich die Paste damit nicht, kann man auch mit feinem
Sandpapier ausschleifen. Die Kopfbohrung sollte danach so glatt wie
möglich geschliffen sein. Eine rauhe Oberfläche ist anfälliger für Durchbrenner.
Natürlich sollte man vor dem Entfernen daran denken, daß die Pfeife
nach dieser Behandlung im Falle eines Schadens mit Sicherheit vom Händler
bzw. Pfeifenmacher zurückgewiesen wird!
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2.11 Streichholz oder Feuerzeug?
Streichhölzer sind zum Anzünden einer Pfeife doch irgendwie stilechter
als neumodische Feuerzeuge. Solange man aber bei der Verwendung eines
Feuerzeug aufpaßt, daß man mit der sehr heißen und gerichteteten Flamme
den Kopfrand der Pfeife nicht zu sehr ankohlt, spricht eigentlich nichts
dagegen. Und wenn es dann noch ein richtiges Pfeifenfeuerzeug mit abgewinkelter
Flamme ist, verbrennt man sich auch nicht so schnell die Finger. Man
sollte allerdings Gasfeuerzeuge ihren benzinbetriebenen Brüdern vorziehen,
da diese oftmals einen wahrnehmbaren Chemiegeschmack hinterlassen.
In einem Punkt sind Feuerzeuge jedem Streichholz überlegen. Eine erloschene,
womöglich noch hohe, Pfeife läßt sich mit ihnen oft einfacher und gleichmäßiger
neu entzünden.
Bei Streichhölzern sollte man beachten, daß man immer einen Augenblick
warten sollte, bis der Kopf restlos verbrannt ist, damit man nicht den
schrecklichen Geschmack verbrannten Schwefels in seinen Tabak bekommt.
Ebenfalls aus Geschmacksgründen sollten es auch immer Streich"hölzer"
sein, also niemals diese Papierdinger.
Und wer es ganz vornehm und stilvoll mag, kann natürlich auch einen
Fidibus benutzen, also einen unbehandelten Holzspan, den man an seinem
Kaminfeuer (nicht an der Kerze!) entzündet.
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2.12 Straight Grains und Birds Eyes
Diese Begriffe bezeichnen besondere und selten vorkommende Maserungstypen
des Bruyeres. Straight Grain ist es, wenn die Maserung aus geraden,
parallelen und engen Linien besteht. Am schönsten wirkt dieser Typ,
wenn die Kopfform der Maserung folgt. Birds Eyes erhält man, wenn die
Pfeifenform quer zur Maserungsrichtung angelegt wird, dabei entstehen
an den Seiten charakteristische kleine Ringe, die an Vogelaugen erinnern.
Bei einer Straight Grain findet man diese auf dem Boden und dem oberen
Pfeifenrand.
Beide Maserungen ergeben eine sehr schöne, natürliche und perfekte
Optik, die allerdings ihren Preis hat. Zum einen werden nur ausgesprochen
wenige Pfeifen zu solchen Schönheiten, da schon kleine Fehler den Verlauf
der Maserungen stören.
Zum anderen haben diese Pfeifen auf Grund ihrer Rarität einen hohen
Sammlerwert.
Wer sich wegen dieser hohen Preise keine Straight Grain leisten kann,
muß nicht gleicht traurig sein. Eine gute Optik ist noch lange keine
Garantie für ebenso exzellente Raucheigenschaften.
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2.13 Kann ich Pfeifen selber machen?
Solange man nicht zwei linke Hände zu je fünf Daumen besitzt, kann
man es zumindestens versuchen. Über spezielle Händler kann man alle
notwendigen Materialien und Werkzeuge beziehen. Was man dort leider
nicht kaufen kann, ist die jahre- oder jahrzehntelange Erfahrung eines
Pfeifenmachers.
Wer es probieren möchte, sollte anfangs vorgebohrte Blöcke aus Standard-
oder dem schöner gemaserten aber teuren Plateaux-Bruyere mit bereits
angepaßtem Mundstück kaufen. Damit erspart man sich das Bohren von Rauchkanal
und Brennkammer, was nämlich viel Geduld und Erfahrung, sowie die richtigen
Werkzeuge voraussetzt.
Für das Formen des Kopfes braucht man dann nur noch einfache Dinge,
eine kleine feingezahnte Säge, verschiedene Feilen und Raspeln, sowie
Unmengen Sandpapier in verschiedenen Körnungen, außerdem noch ein wenig
Beize und Polituren. Ein paar Heftpflaster sind je nach handwerklichem
Geschick auch keine schlechte Idee.
Und mit Ausdauer und einer ruhigen Hand wird man nach einiger Zeit voller
Stolz seine ganz eigene handgefertigte Pfeife rauchen. Sie wird vielleicht
nicht auf Anhieb als Pfeife erkennbar sein, was die Eigentümer aber
selten stört :)
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2.14 Lose oder festsitzende Mundstücke
Ein zu loses Mundstück wieder fest zu bekommen, ist eine knifflige
Angelegenheit, die besser einem Pfeifenmacher überlassen bleibt.
Auch wenn man dann und wann den Rat hört, den Zapfen zu erwärmen und
durch Aufstauchen aufzuweiten, so klingt das doch einfacher, als es
in Wirklichkeit ist. Die Chancen, damit das Mundstück oder gar die ganze
Pfeife endgültig zu ruinieren, sind besser, als man glauben mag.
Ist das Spiel nicht allzu groß, kann man eine dünne Schicht Bienenwachs
auf den Zapfen auftragen. Dieses gleicht den Spalt etwas aus und läßt
das Holz ein wenig quellen und sorgt so für festeren Sitz. Ebenso kann
man eine hauchdünne Schicht Nagellack auf den Zapfen auftragen und trocknen
lassen und damit den Durchmesser anpassen.
Oft sind bei alten, lange Zeit ungerauchten Pfeifen die Mundstücke
nur auf Grund der "Trockenperiode" lose. Raucht man die ein paar mal,
werden die Zapfen meist von allein wieder fester.
Einem schwergängigen Mundstück kann man mit unparfümierter Seife, etwas
Graphit von einer weichen Bleistiftmine oder einem speziell dafür angebotenen
Stift (zum Beispiel von Vauen) wieder die richtige Schmierung geben.
Für die Kunststoffbuchsen der heutigen Meerschaumpfeifen funktioniert
auch ein Klecks Vaseline.
Helfen diese Mittel nicht, kann man ganz vorsichtig mit sehr feinem
Schleifpapier etwas vom Mundstückzapfen abtragen. Dabei aber zwischendurch
immer wieder den Sitz kontrollieren, sonst endet man mit einem zu losen
Mundstück und ist buchstäblich vom Regen in die Traufe gekommen.
Hat man einmal einen richtig festsitzenden Zapfen, so sollte man natürlich
nicht mit Gewalt daran ziehen und drehen, sonst bricht man ihn mit Sicherheit
ab.
Eine Methode die fast immer Abhilfe schafft, ist, seine Pfeife in einer
Plastiktüte für eine Weile ins Gefrierfach zu legen. Durch die unterschiedliche
Ausdehnung kann man danach mit ein wenig Glück das Mundstück abnehmen.
Allerdings muß die Pfeife dazu komplett ausgetrocknet sein, sonst sprengt
das sich beim Gefrieren ausdehnende Wasser den Pfeifenkopf.
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2.15 Lippen- und Normalbiß
Sind keine kieferorthopädischen Befunde, sondern die beiden gängigen
Formen für Mundstückenden. Der Normalbiß ist die althergebrachte und
verbreitete Form, bei der das Ende flach ausgeformt ist und der Rauch
aus dem fächerförmig erweiterten Rauchkanal direkt und über die Zunge
strömend, austritt. Um diesen direkten Zungenkontakt und damit eventuelles
Brennen zu vermeiden, wurde der Lippenbiß erfunden, bei dem der Rauch
auf der Oberseite des Mundstücks durch ein kleines Loch in Richtung
Gaumen austritt. Die Zungenspitze liegt dabei in einer kleinen Auskehlung
des Mundstücks. Ob der Lippenbiß Vorteile bringt, muß jeder selbst erfahren,
mancher empfindet zum Beispiel der Rauch am Gaumen unangenehmer als
auf der Zunge.
Finden kann man Lippenbiß-Mundstücke an den meisten Petersons und an
einigen Vauen-Pfeifen.
Ach ja, aufwendiger zu reinigen sind sie wegen ihrer Form leider auch.
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2.16 Handcut-Mundstücke
Während der überwiegende Anteil der Mundstücke aus vorgefertigten Preßrohlingen
angepaßt wird, fertigen manche Pfeifenmacher die Mundstücke in Handarbeit
"aus dem Vollen".
Dazu wird Acryl oder Ebonit in Stangen- oder Plattenform verarbeitet.
Das Ausformen, das Drehen der Zapfen und das Bohren der Kanäle erfordert
viel Geschick und Erfahrung und ist sehr zeitaufwendig. Daher sind diese
Mundstücke meist den hochwertigsten Pfeifen vorbehalten, bei denen die
Gesamterscheinung den Mehraufwand rechtfertigt.
Handgefertigte Ebonitmundstücke bieten meist noch den Vorteil, daß sie
nicht so schnell anlaufen und auch besser schmecken als Standardware,
da das Ausgangsmaterial wesentlich dichter und hochwertiger ist.
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2.17 Beizverfahren
Für das Beizen der Pfeifenköpfe gibt es zwei gängige Verfahren. Entweder
wird mit zwei verschiedenen Farben gearbeitet oder mit nur einer einzigen.
Um mit nur einer Farbe einen Kontrast zu erreichen wird der geschliffene
Pfeifenkopf im ersten Gang gebeizt und dann getrocknet. Die Beize dringt
dabei in das weichere und saugfähige Füllholz tiefer ein als in das
harte Strukturholz. Dann wird in einem feinen Schleifgang soviel Material
abgetragen, bis das Strukturholz wieder den natürlichen Farbton hat.
Beim zweiten Beizen mit der gleichen Farbe wird noch etwas mehr Farbstoff
vom Füllholz aufgenommen und somit entsteht der Kontrast.
Einfacher zu verstehen ist natürlich das Arbeiten mit zwei verschiedenfarbigen
Beizen. Auch dabei wird zuerst die Kontrastfarbe aufgetragen, getrocknet
und dann bis auf das Strukturholz abgeschliffen. Dann wird die zweite,
meist hellere Farbe aufgetragen. Wichtig ist hierbei nur, daß Kontrast-
und Finishfarbe verschiedene Lösungsmittel benutzen. Sonst wird beim
zweiten Auftrag die erste Farbe mit angelöst und der Kontrast verschwimmt.
Leider sind nicht alle Beizmittel beständig. Gerade bei Rot-Tönen kommt
es oft vor, daß die Pfeifen abfärben und fleckig werden. Viel dagegen
tun kann man leider nicht.
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2.18 Lack und Wachs
Der krönende Abschluß aller Pfeifenmacherarbeit ist das Polieren der
Pfeifenköpfe.
Massenware wird oft lackiert, doch dabei gibt es große Unterschiede.
Billigprodukte verwenden irgendeinen Lack, der zwar schön glänzt, das
Holz aber versiegelt und jede Atmung unterbindet. Eine schlimme Erscheinung
sind dahingehend auch Pfeifen, die mit quietschbunten Folien überzogen
sind. Derartig versiegelte Pfeifen sind nicht zufriedenstellend rauchbar!
Es gibt aber auch Lacke, glänzend oder matt, die atmungsaktiv sind
und die Pfeifen leben lassen. Diese werden von den meisten großen Herstellern
von Serienpfeifen eingesetzt und haben sich als brauch- und rauchbar
erwiesen.
Einige Pfeifenmacher verwenden zum Lackieren Schellack, auch hier bleiben
die Holzporen offen. Die Spitze bildet aber die Wachspolitur. Das verwendete
Carnaubawachs wird aus Palmen gewonnen und ist sehr hart. Zum Auftragen
müssen daher Polierscheiben zum Einsatz kommen. Die erzielte Oberfläche
ist spiegelblank, hart und der beste Schutz einer Pfeife. Leider greift
sich eine Carnauba-Politur mit der Zeit ab, sie kann aber problemlos
aufpoliert werden.
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2.19 oil curing
Beim oil curing (Ölbehandlung) werden Pfeifenköpfe eine längere Zeit
in Pflanzenöl, wie Oliven- oder Leinöl, gekocht. Dadurch sollen sich
Harze und andere unerwünschte Stoffe aus dem Holz lösen. Außerdem soll
das Holz durch das Öl widerstandsfähiger werden. Nach diesem Prozeß
muß das Öl natürlich wieder entfernt werden, was durch Kochen in Wasser
oder Ausheizen auf Metalldornen geschieht. Daß die Pfeifenköpfe danach
erst wieder vorsichtig mehrere Wochen getrocknet werden müssen, versteht
sich von selbst. Die so behandelten Pfeifen schmecken nach dieser Behandlung
noch eine Weile nach dem verwendeten Öl. Verwendung findet diese Methode
allerdings nur bei wenigen, vornehmlich englischen Pfeifenmachern.
Eine andere Methode verwendet statt Öl reinen Alkohol. In allen anderen
Schritten sind die Verfahren gleich. Durch einfachen Gewichtsvergleich
vor und nach der Behandlung ist hier nachweisbar, daß tatsächlich Stoffe
aus dem Holz gelöst werden. Auch das Lösungsmittel nimmt eine deutliche
dunkle Farbe an.
Ob sich durch diese Behandlungen nun aber wirklich Vorteile in Rauchverhalten
und Haltbarkeit ergeben, wird von den meisten Rauchern unterschiedlich
beantwortet.
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2.20 Pfeiferauchen und Gesundheit
Rauchen ist sicherlich nicht die gesündeste Art zu leben, aber Pfeiferauchen
ist sicher die am wenigsten gefährliche Variante. Da man den Rauch nicht
inhaliert, sind die typischen Probleme des Zigarettenrauchers, chronische
Bronchitis, Lungen- und Kehlkopfkrebs, mit Sicherheit nicht sehr häufig
zu erwarten, es sei denn, man sitzt den ganzen Tag in einem geschlossenen
Raum mit dicken Tabakwolken. Ein leichter Anstieg bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
ist aber dennoch zu beobachten. Bestandteile des Rauchs werden auch
mit dem Speichel verschluckt. Diese können zu Tumoren im Verdauungssystem
oder der Blase führen. Erkrankungen der Mundschleimhaut selbst sind
auch möglich, glücklicherweise sind Dinge wie Zungenkrebs aber eher
selten. (Tumore im Mund und Speiseröhre entsehen übrigens bevorzugt
aus der unheilvollen Kombination aus starkem Rauchen und dem regelmäßigen
Genuß von hochprozentigem Alkohol.) Man sollte seinen Zahnarzt bitten,
beim regelmäßigen Besuch die Mundschleimhaut einer gründlicheren Inspektion
zu unterziehen.
Wie alles im Leben ist auch Pfeiferauchen nicht ohne Risiko, wer aber
in Maßen dem Pfeifchen frönt, braucht sich wenig Sorgen machen.
(Eine sehr interessante Studie aus den USA will sogar herausgefunden
haben, daß Pfeifenraucher länger leben, als ihre nicht-pfeiferauchenden
Mitmenschen. Vielleicht liegt es daran, daß Pfeifenraucher sich bei
ihrem Genuß so wunderbar entspannen können, und damit der Haupttodesursache
unserer Zeit, dem Streß, entgehen. Vielleicht ist aber auch einfach
nur die Statistik falsch .... wollen wir aber doch nicht hoffen :)
Pfeifenraucher werden auch recht selten wirklich so physisch abhängig,
wie beispielsweise Zigarettenraucher. Das liegt daran, daß über die
recht kleine Fläche der Mundschleimhaut nur wenig Nikotin aufgenommen
wird, währenddessen die große Fläche der Lunge ja gerade zur Resorption
konzipiert ist. Allerdings kann man gelegentlich psychische Abhängigkeit
beobachten, das heißt, Raucher, die von der Angewohnheit des Rauchens
abhängig sind.
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3. Begriffe
3.1 Materialien
3.1.1 Bruyere
Dieses Holz wird aus der im Mittelmeerraum beheimateten Baumheide Erica
Arborea gewonnen, einem bevorzugt auf kargen, steinigen Böden wachsendem
Strauch. Typische Herkunftsregionen sind Korsika, Sardinien, Algerien
sowie weitere Gebiete in Griechenland und Italien. Für die Pfeifenherstellung
wird aber nur eine knollige Verdickung verwendet, die sich zwischen
Stamm und Wurzeln befindet, der Stamm selbst ist dafür unbrauchbar.
Ausreichend große Knollen brauchen mindestens 30 Jahre, um so länger,
um so besser. Hundert oder mehr Jahre alte Stücke in der Größe eines
Medizinballs sind auf Grund von übermäßigem Einschlag leider heutzutage
seltener geworden. Versuche, diesen Strauch in Plantagen zu züchten,
sind bisher auch erfolglos geblieben. Eine besondere Stellung nimmt
noch die sogenannte "dead root" ein. Das ist die Knolle eines abgestorbenen
Strauchs, die lange Zeit unentdeckt in der Erde gelegen hat. Nach Meinung
mancher Pfeifenmacher ist dies die beste, aber auch seltenste Qualität.
Ob es sich hier um eine Tatsache oder eine reine Legende handelt, bleibt
offen.
Die geernteten Knollen werden so lange gelagert bis die Knolle abgestorben
ist, bevor sie von speziell ausgebildeten Arbeitern, den Coupeuren,
zersägt werden. Dabei besteht die hohe Kunst darin, Kanteln mit möglichst
parallel verlaufender Maserung zu erhalten, was nicht einfach ist, da
die Maserung ja radial aus dem Zentrum heraus verläuft. Die hochwertigsten
Stücke erhält man dabei aus den äußeren Regionen der Knollen, dem sogenannten
Plateaux-Holz. Das Kernholz kann zwar auch zu Pfeifen verarbeitet werden,
jedoch zeigt es keine brauchbare Maserung und ist auch in anderen Eigenschaften
unterlegen. (Auch wenn Alfred Dunhill seinerzeit dieses Holz als das
Beste erachtet hat) Diese Holzteile werden bevorzugt zu Massenware verarbeitet.
Nach dem Sägen werden die Blöcke längere Zeit gewässert und mehrere
Stunden in Kupferkesseln gekocht, um Harze und Säuren aus dem Holz zu
entfernen. Wird hier nachlässig gearbeitet, schmeckt und riecht die
fertige Pfeife oft dumpf oder modrig nach Erde. Danach wird das Holz
langsam und zugfrei getrocknet und für mehrere Monate bis Jahre abgelagert,
ehe es zu Pfeifen verarbeitet wird.
Was Bruyere-Holz für Pfeifen interessant macht, ist zuerst einmal seine
hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Hitze und Feuer, was in dem hohen
Gehalt an Kieselsäure begründet ist. Darüber hinaus ist es porös genug,
um die beim Rauchen entstehenden Kondensate aufnehmen zu können. Dabei
ist es wichtig, daß ein richtiges Verhältnis von Füll- zu Strukturholz
besteht. Das harte Strukturholz ergibt die Festigkeit und bestimmt die
Maserung. Das saugfähige, weiche Füllholz ist schwammig und leicht,
daher kann man Pfeifen in der Tat nach Gewicht (oder besser nach Dichte)
kaufen. Wenn zwei sonst gleiche Pfeifen unterschiedliche Massen besitzen,
so ist oft die leichtere die bessere Wahl. Eine Erfolgsgarantie ist
das Gewicht aber auch nicht, es kann ja schließlich auch ein Hohlraum
sein :)
Als optischen Anhaltspunkt kann man nach viel dunklen Maserungsanteilen
Ausschau halten, in das Füllholz dringt nämlich besonders viel Beize
ein.
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3.1.2 Meerschaum
Dieses weiße, leichte und poröse Material wird in der Türkei in der
Region um Eskisehir in Tiefen bis 300 m abgebaut. Es besteht aus fossilen
Ablagerungen winziger Organismen, die sich vor Millionen Jahren auf
dem Meeresboden abgelagert haben. Durch die besondere Struktur mit ihren
unzähligen winzigen Poren ist Meerschaum sehr aufnahmefähig und macht
Filter überflüssig. Zur Verarbeitung wird das Material durch Wässern
weich und bearbeitbar gemacht. Das Formen geschieht meist durch Schnitzen,
seltener durch Drehen. Die fertigen Pfeifen werden zum Abschluß in flüssiges
Bienenwachs getaucht. Früher waren dazu unter anderem auch Talg und
Walrat üblich. Dieses Wachsbad ist für die typische Verfärbung der Pfeife
beim Rauchen zuständig.
Der Farbton von Meerschaumpfeifen verändert sich beim Rauchen mit der
Zeit durch die aufgenommenen Kondensate und die Reaktion des aufgesogenen
Wachses von weiß über gelb-braun zu einem tiefen, satten Rotbraun.
Da der Meerschaum als mineralische Substanz (chemisch genau: Magnesiumsilikathydrat)
nicht verbrennen kann, sind diese Pfeifen gegenüber der Verbrennungshitze
beim Rauchen unempfindlich, können daher problemlos heiß oder im Freien
bei Wind geraucht werden. Allerdings sollte man daran denken, daß heiß
gerauchter Tabak auch aus einer Meerschaumpfeife eine Zumutung für die
Zunge ist.
Beim Kauf einer Meerschaumpfeife sollte man unbedingt darauf achten,
daß es sich um sogenannten Blockmeerschaum handelt. Diese teurere Qualität
stellt sicher, daß die Pfeife aus einem zusammenhängenden Stück hergestellt
wurde. Pfeifen aus gepreßten Meerschaumresten sind weniger aufnahmefähig
und geben oftmals den Geschmack des Bindemittels an den Rauch ab.
Außer in der Türkei gibt es noch Vorkommen von Meerschaum in Afrika,
allerdings ist dieser von geringerer Qualität und auch nicht schneeweiß,
sondern in verschiedenen Brauntönen gefärbt.
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3.1.3 Calabash
Calabash-Pfeifen bestehen aus zwei Teilen, einer Kürbisschale und einem
Meerschaumeinsatz. Der spezielle afrikanische Kürbis wird eigens zu
diesem Zweck während seines Wachstums mit Stäben in seine spätere Form
gebracht.
Geerntet und getrocknet, wird die kelchförmige, zum U gebogene Schale
mit einem Mundstück und dem Meerschaumeinsatz versehen
In der großen Kammer in der Kürbisschale kann der Rauch gut abkühlen.
Allerdings sind Calabash aufgrund ihrer Größe eher Pfeifen für besondere
Anlässe und ruhige Stunden.
Oft wird die Calabash-Pfeife mit Sherlock Holmes in Verbindung gebracht.
In den Erzählungen von A. C. Doyle findet sich jedoch kein Hinweis darauf.
Erst später benutzte ein Schauspieler eine solche Pfeife als Requisit
und verhalf ihr so zu ihrem Ruhm.
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3.1.4 Missouri Meerschaum oder Corncobs
Diese aus Amerika stammenden Pfeifen haben mit dem echten Meerschaum
außer dem Namen nichts gemein. Gefertigt werden sie aus den holzigen
Teilen von speziell gezüchteten Maiskolben. Diese werden einfach abgedreht
und die rauhe Oberfläche wird in einem patentierten Verfahren mit Gips
geglättet. Mit einem einfachen Kunststoff-Mundstück versehen, sind dies
die preiswertesten und einfachsten Pfeifen schlechthin. Nicht unbedingt
für den Genießer, aber gut zum Ausprobieren neuer Tabake oder zum Rauchen
bei der Arbeit. Und wenn man mal eine verliert oder zerbricht, was macht's
schon, so billig wie sie sind!
Corncob-Fans sind trotzdem in guter Gesellschaft, schließlich haben
Tom Sawyer und Huckleberry Fin schon diese Pfeifen geraucht!
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3.1.5 Tonpfeifen
Dieses sind wahrscheinlich die ältesten Tabakspfeifen, vor der Erfindung
der Meerschaum- und Bruyerepfeifen waren sie in Europa weit verbreitet.
Heute sind sie etwas in Vergessenheit geraten, trotzdem kann man nur
raten, diese interessante Form einmal zu probieren. Bei der Handhabung
sollte man allerdings Vorsicht walten lassen, erstens sind sie sehr
zerbrechlich, zweitens ist der Kopf während des Rauchens schrecklich
heiß, also besser am langen Holm anfassen, sonst ... naja, diesen Fehler
macht man in der Regel nur einmal :)
Allerdings gibt es auch eine spezielle Sorte aus Ton gefertigter Pfeifen,
deren Kopf doppelwandig ist, hier gibt es keine heißen Finger ... kaputt
gehen sie trotzdem.
Damit die Tonpfeifen beim Rauchen nicht an den Lippen kleben bleiben,
sollte man die Mundstücke entweder kurz in Wasser tauchen oder mit Speiseöl
einreiben. Teurere Tonpfeifen haben deswegen oft schon eine Wachsbeschichtung
am Mundstück.
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3.1.6 Porzellan
Wer kennt sie nicht aus alten Filmen oder von Gemälden, die gute alte
Gesteckpfeife. Der oftmals mit Militär-, Jagd- oder Studentenszenen
bemalte Kopf besteht hier aus Porzellan, daher gelten die gleichen Sicherheitshinweise
wie für die Tonpfeifen. Wer Großvaterns alte Pfeife wieder in Betrieb
nehmen will, sollte sie vorher gründlichst reinigen und desinfizieren,
da sich im Laufe der Zeit oft Schimmelpilze angesiedelt haben, die man
nicht mitrauchen sollte. Im günstigsten Fall haben sie vielleicht eine
bewußtseinserweiternde Wirkung :)
Wer heute eine Porzellanpfeife neu erwirbt, sollte bedenken, daß diese
mehr als Souvenier gedacht sind. Oft sind sie dann im Tauchverfahren
klarlackiert und schmecken dann beim Rauchen wie ein Unfall in der Chemiefabrik.
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3.1.7 sonstige ...
Außer Bruyere werden oder wurden verschiedene andere Hölzer für Pfeifen
verwendet. Buchenholz wurde oft in der DDR verarbeitet, da Bruyere rar
war. Olivenholz findet man auch gelegentlich, leider ist es nicht sehr
haltbar. Pfeifen aus Kirschholz gibt es auch kaum noch, als "cherrywood"
ist zumindest aber die Form den Bruyerepfeifen erhalten geblieben.
Es gibt noch eine ganze Anzahl von weiteren Materialien, die für Pfeifen
verwendet wurden, allerdings haben sie sich nie durchsetzen können.
Entweder auf Grund der Handhabung, der Eigenschaften oder der Herstellung
(oder des Aussehens :). Beispiele sind verschiedene Metalle, Glas, Graphit,
sogar Kunststoffe.
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3.2 Materialien für Mundstücke
3.2.1 Ebonit
Wird auch als Hartgummi, Parakautschuk oder Vulcanit bezeichnet und
ist das verbreitetste Mundstückmaterial. Sein besonderer Vorteil ist
der recht weiche, zahnfreundliche Biß. Andererseits oxidieren manche
Sorten mit der Zeit und verfärben sich gelblich-weiß bis grün. Das kann
man verhindern, indem man die Pfeifen möglichst wenig der vollen Sonneneinstrahlung
aussetzt und in dem man ab und zu mit einer Polierpaste nachhilft. Bei
manchen billigen Sorten tritt zudem oft ein deutlicher Gummi-Geschmack
auf. Polieren hilft hier auch ein wenig, meist aber nicht vollständig.
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3.2.2 Cumberland
Cumberland ist eine meist rötlich marmorierte Hartgummisorte, die für
hochwertige Pfeifenmundstücke Verwendung findet. Der gleiche Begriff
wird aber auch oft für marmorierte Acrylmundstücke verwendet.
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3.2.3 Acryl
Dieses Material, das sich in den letzten Jahren immer mehr durchsetzt,
ist ein reiner Kunststoff, der zwar im Biß härter ist als Ebonit, dafür
aber immer schön glänzend bleibt und nicht oxidiert. Die meisten Acrylmundstücke
sind klassisch schwarz, können aber in beliebigen Farbtönen oder auch
glasklar hergestellt werden. Mancher Pfeifenmacher verwendet gern diese
marmorierten Mundstücke, um besondere Akzente zu setzen.
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3.2.4 Bernstein
Bernstein wurde früher gern für Mundstücke verwendet, insbesondere
alte Meerschaumpfeifen sind oft damit ausgestattet. Dabei gibt es entweder
massive Bernsteinmundstücke oder solche aus gepreßten Bernsteinresten.
Heute sind echte Bernsteinmundstücke auf Grund ihres hohen Preises fast
nicht mehr zu finden.
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3.2.5 Horn und Knochen
Auch diese Materialien wurden früher gern benutzt, beißen sich aber
recht schnell durch und werden heute lediglich für Zierelemente, aber
nicht für Mundstücke benutzt.
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3.3 Tabake
3.3.1 Die verschiedenen Typen
Pfeifentabake gibt es in den verschiedensten Geschmacks- und Geruchsrichtungen,
das macht ja gerade den Reiz des Pfeiferauchens aus. Trotz dieser unüberschaubaren
Vielfalt kann man 2 bis 3 verschiedene Stilrichtungen unterscheiden.
Aromatisierte Tabake:
Für diesen lieblichen Geruch lieben uns unsere Mitmenschen! Es gibt
vermutlich nichts, was nicht schon als Zutat zum Tabak ausprobiert wurde.
Fruchtaromen, Schokolade, Kaffee, Spirituosen, die Liste ist unendlich
lang. Lediglich Sorten wie "Saurer Hering" haben sich bei den Pfeiferauchern
und ihren Mitmenschen unverständlicherweise nicht durchsetzen können.
Die Aromamischungen werden in flüssiger Form über die Grundtabake gesprüht,
man spricht hier vom sogenannten "Soßen".
Die meisten Mischungen riechen zwar in der Dose und im Rauch recht gut,
geschmacklich wird man die Aromastoffe aber nicht immer im vollen und
erwarteten Umfang wahrnehmen. Nachteilig fällt bei manchen Sorten der
hohe Feuchtigkeitsgehalt auf, der zu heißem und feuchtem Rauch führen
kann.
Die Aromatisierung wird gerade in Deutschland oft stark übertrieben,
denn sonst kommt kaum Geschmack hinter dem Filter an.
Obwohl längst nicht nur in Dänemark hergestellt, hat sich für aromatisierte
Tabake oft die Bezeichnung "Dänisch" etabliert.
Naturbelassene Tabake:
Hier wird nichts hinzugefügt, spezielle Geruchs- und Geschmacksnoten
werden hier durch die Kombination der verschiedenen Grundtabake oder
durch spezielle Herstellungsverfahren, wie zum Beispiel Cavendish, erreicht.
Auch wenn sie manchmal eine gewisse Süße zeigen, sind Geruch und Geschmack
stärker vom Tabak geprägt.
Allerdings muß man den Begriff "naturbelassen" ein wenig relativieren,
denn oft werden doch in geringem Umfang Hilfsstoffe wie zum Beispiel
Honig zum Geschmeidigmachen der Tabaks vor dem Schneiden benutzt.
Englische Tabake:
Sie gehören zu der Gruppe der Naturbelassenen, stellen aber schon eine
Stilrichtung für sich dar. Das besondere, herb-rauchige Aroma der Englischen
Tabake wird durch die Verwendung spezieller Würztabake erreicht, in
erster Linie durch Latakia, Orienttabake und Perique.
Die Noten dieser speziellen Tabake werden von Außenstehenden, insbesondere
von Ehefrauen, meistens als schrecklich bis widerlich eingestuft, was
dem wahren Kenner jedoch nichts ausmacht. Auch wenn man vom bloßen Geruch
des Tabaks etwas entsetzt sein sollte, lohnt es sich doch trotzdem,
diese einmal zu probieren. Man mache sich aber darauf gefaßt, von seiner
Liebsten mit einem Tritt aus der Wohnung befördert zu werden!
(Ebenso wie bei den "Dänischen" muß ein "Englischer" aber nicht zwangsläufig
aus England kommen)
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3.3.2 Die Grundtabake
Je nach Typ, Anbaugebiet und Verarbeitung entwickeln die Tabakpflanzen
unterschiedliche Aromastoffe, ein Umstand, den sich der erfahrene Tabakmeister
zunutze macht, indem er diese zu einem ausgewogenen Blend kombiniert.
Virginia:
Der Basistabak für fast alle Mischungen schlechthin wird nicht nur in
Virginia angebaut, sondern in vielen anderen Teilen dieser Welt, zum
Beispiel in Afrika, Südamerika oder Italien. Allen Virginias ist ein
recht hoher Zuckergehalt eigen, der sich in einem milden, süßen Rauch
widerspiegelt. Der Nikotingehalt liegt zwischen 1 und 3,5%. Die Trocknung
der Virginias geschieht in von Warmluft durchströmten Trockenkammern,
weshalb diese Tabake auch manchmal und fachlich richtig als "flue cured"
bezeichnet werden.
Virginias kann man natürlich auch pur genießen, dabei ist aber Vorsicht
geboten, da sie zum Heißrauchen neigen.
Burley:
Dieser natürlich getrocknete Tabak wird auf grund seiner recht schwammigen
Struktur gern als Geschmacksträger in aromatisierten Mischungen verwendet.
Er besitzt wenig Zucker, dafür aber mehr Nikotin (1,5 - 4,5%), weshalb
sein Aroma kräftiger und voller ist.
Kentucky:
Dieser Tabak wird über Holzfeuern getrocknet und wird wegen seiner Stärke
nur sparsam als Würztabak eingesetzt.
Orienttabake:
Sie bilden die Quelle für das Aroma der Englischen Blends und sind ein
Oberbegriff für eine Anzahl verschiedener, im östlichen Mittelmeerraum
und Nahen Osten angebauter Tabake.
Latakia:
Dieser, aus Syrien oder Zypern kommende Orient-Tabak ist der wichtigste
Bestandteil der Englischen Mischungen. Sein besonderes Aroma erhält
er durch die Trocknung über Feuern von Eichen- und Pinienholz. Manche,
besonders die Kritiker, meinen, daß dazu Kamel-Mist benutzt wird, was
aber nach mehreren Quellen heutzutage nicht mehr der Fall sein soll!
Je nach persönlicher Meinung läßt sich das Aroma als "Geräucherter Schinken"
bis "Alte Socke" charakterisieren.
Türkische Tabake:
Hierunter werden viele, nach ihren Anbauregionen unterschiedene, Orienttabake
zusammengefaßt. Die bekanntesten Vertreter sind Yenidje, Smyrna und
Izmir.
Perique:
Eine ganz besondere Spezialität aus Lousiana. Das Rezept, nach dem dieser
Tabak hergestellt wird, ist nur wenigen Personen bekannt. Angeblich
wird er, zusammen mit geheimen Zutaten wie Pflaumensaft, mehrere Jahre
in Fässern gelagert. Dabei entwickelt sich sein markantes, schweres
und manchmal scharfes Aroma. Sparsam verwendet, gibt er vielen Blends
das besondere Etwas. Wer auf Erfahrungen besonderer Art Wert legt, sollte
einmal Perique pur versuchen, aber immer in der Nähe des Telefons bleiben
und die Nummer der Giftzentrale bereithalten! :-)
Cavendish:
Ist strenggenommen keine Tabaksorte, sondern ein Herstellungsverfahren.
Dabei wird der Tabak, teils mit Aromastoffen versetzt, in speziellen
Pressen unter Druck und Wärme für Stunden oder Tage ein zweites oder
drittes Mal fermentiert. Dadurch erhält man einen meist dunklen und
besonders milden und süßen Tabak, der pur geraucht werden kann oder
Mischungen abrundet.
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3.3.3 Schnittarten
Die verschiedenen Schnittarten der Pfeifentabake dienen nicht nur der
Optik, sondern beeinflussen wesentlich das Abbrandverhalten. In der
Regel gilt, um so feiner der Schnitt, um so schneller und heißer brennt
der Tabak.
ribbon cut oder Bandschnitt
Wie der Name schon sagt, wird bei diesem Schnitt der Tabak in lange,
schmale Bändchen geschnitten.
wild cut
Beim wild cut erhalten die Basistabake verschieden große Schnitte. Das
sieht zum einen natürlich optisch recht gut aus, sorgt aber darüber
hinaus für einen gleichmäßigen Abbrand, da damit die unterschiedlichen
Brandgeschwindigkeiten jedes einzelnen Tabaks auf ein gemeinsames Maß
eingestellt werden können.
cube cut
Gepresster Tabak, in kleine Würfel geschnitten. Bei sehr kleinem Würfelschnitt
auch als granuliert bezeichnet.
flake cut
Hierzu werden die Tabakblätter schichtweise aufeinander gestapelt und
dann unter Druck zu einer brettharten Platte gepresst. Diese wird dann
in dünne Scheiben, die Flakes, geschnitten. Werden die Scheiben danach
wieder aufgelockert, spricht man von "ready rubbed".
Meistens werden die Scheiben aber im Ganzen verpackt angeboten. Um diese
Tabake zu rauchen, kann man die Flakes mit den Fingern zerreiben, wobei
man den Feinheitsgrad selber ganz individuell bestimmen kann.
Eine andere und sehr genußvollen Methode ist, die Scheiben aufzurollen
und unzerteilt zu rauchen, was allerdings nicht mit allen Flakes geht
und Übung und Erfahrung erfordert.
plug cut
Plugs sind Stücken ungeschnittener Flake-Platten in Quader- oder Würfelform.
Bei dieser sehr selten zu findenden Schnittart muß sich der Raucher
den Tabak komplett selbst aufbereiten. Man benötigt dazu ein scharfes
Messer, mit dem man den Tabak in die gewünschte Form, zum Beispiel Flake-Scheiben,
zurechtschneidet.
curly cut, spun cut
Dieser seltene, Flake-ähnliche Schnitt, wird erreicht, in dem die Tabakblätter
zu einem langen Strang von einem bis mehrere Zentimeter Durchmesser
gerollt und anschließend gepreßt werden. Nach einer Reifezeit wird dieser
Strang dann in runde Scheiben geschnitten.
Genau wie die Flakes, kann dieser Tabak zum Rauchen zerrieben werden,
es funktioniert aber auch, wenn man die Scheibchen aufrollt oder in
der Pfeife zu einem Stapel aufschichtet.
twist, rope
Diese Form sieht genauso aus wie der spun oder curly cut. Bei der Verarbeitung
wird das Blattgut aber zusätzlich mit Öl, zum Beispiel Olivenöl, geschmeidig
gemacht.
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3.4 Zubehör
3.4.1 Pfeifenbesteck
Das wichtigste Werkzeug für den Pfeifenraucher dient zum Nachstopfen
und Ausräumen der Pfeife. Die einfachsten Ausführungen bestehen aus
einem zusammengenieteten Stopfer, einem Dorn und einem Löffel oder Messerchen.
Sie gibt es schon für ein, zwei Mark in jedem Tabakwarenladen. Nach
ihrem Haupt-Herstellerland werden sie von vielen auch einfach "Tschechen"
genannt.
Die teureren Varianten, die schnell bis zum Hunderfachen kosten, können
meistens auch nicht mehr, sehen aber eventuell eleganter aus. Praktisch
ist es, wenn die Stopferplatte versenkbar oder einklappbar ist, dann
macht man sich nämlich die Hosentaschen nicht schmutzig.
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3.4.2 Pfeifenreiniger
Pfeifenreiniger, die es in verschiedenen Sorten gibt, sollte man immer
ausreichend im Haus haben. Die eine Sorte ist eher weich und kann viel
Feuchtigkeit aufnehmen, die andere Sorte ist eher borstig, damit kann
man besser saubermachen. Hat man beide, ist man für alle Fälle gewappnet.
Wer eine der langstieligen Lesepfeifen besitzt, sollte auch nach den
entsprechend langen Reinigern fragen und sich damit das mühsame Hantieren
mit zu kurzen Reinigern ersparen.
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3.4.3 Pflegeprodukte
Darunter fallen alle denkbaren Sorten von Polituren, Wachsen, Reinigern
und so weiter.
Mit den Polituren, die es entweder flüssig oder als Pulver gibt, kann
man angelaufene oder oxidierte Mundstücke wieder auf Hochglanz bringen.
Für die Pfeifenköpfe, die man besser nicht mit den schleifmittelhaltigen
Polituren bearbeiten sollte, gibt es spezielle Wachspolituren. Den Hochglanz
des Carnauba-Wachses erreicht man aber damit leider selten.
Zum Lösen und Entfernen hartnäckiger Verschmutzungen im Inneren der
Pfeife gibt es eine Reihe von verschiedenen Reinigungsflüssigkeiten.
Den gleichen Effekt kann man aber auch mit der Verwendung von Alkohol
aus der Apotheke oder mit hochprozentigen Spiritousen, wie Wodka oder
Whisky, erreichen. Vorsicht, alle diese Reiniger haben auf den Außenflächen
von Pfeifenkopf und Ebonit-Mundstücken nichts zu suchen! Der Wodka hat
zusätzlich noch den mehr oder minder schwerwiegenden Nachteil, daß er
sich gern zusätzlich im Kopf des Pfeifenfreunds breit macht.
Sehr praktisch sind auch imprägnierte Pflegetücher,zum Beispiel von
Dunhill, mit denen man die Pfeife von Zeit zu Zeit abwischen kann. Des
weiteren gibt es noch Gleitmittel für festsitzende Mundstücke und Bienenwachspolituren
für Meerschaumpfeifen.
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3.4.4 Pfeifenschlüssel / Reamer
Reamer oder Pfeifenschlüssel dienen dazu, die Kohleschicht im Pfeifenkopf
auf das richtige Maß zurückzuschneiden. Dabei gibt es sehr einfache
Modelle mit festen oder federgelagerten Schneiden. Besser und empfehlenswerter,
aber auch wesentlich teurer, sind Reamer mit verstellbaren Klingen oder
Sätze verschiedengroßer Messerköpfe. Diese kosten ab 30-40 DM aufwärts.
Eine sehr einfache aber trotzdem praktische Lösung sind verschiedengroße
Holzdübel, die man einfach mit nicht allzu grobem Sandpapier umwickelt.
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3.4.5 Pfeifenständer und -schränke
Da die meisten Pfeifen umfallen, wenn man sie hinlegt, ist ein Ständer
ausgesprochen praktisch. Ob es nun ein handgearbeitetes, zur Pfeife
passendes, Modell sein soll, oder vielleicht ein einfacher Klappständer
aus Kunststoff, entscheiden Geschmack und Geldbeutel.
Das Klappmodell hat den Vorzug, daß es auch in die kleinste Pfeifentasche
paßt und immer dabei ist.
Da man als passionierter Pfeifenraucher meistens eine ganze Anzahl von
Pfeifen besitzt, ist die Anschaffung eines Ständers für mehrere Pfeifen
oder gar eines Pfeifenschranks die beste Art, seine Lieblinge geschützt
und trotzdem repräsentativ aufzubewahren. Dabei sollte man darauf achten,
daß der Schrank nicht in der direkten Sonne aufgestellt wird, beziehungsweise
mit speziellem Filterglas ausgestattet ist. Außerdem ist wichtig, daß
der Schrank nicht hermetisch geschlossen ist, sondern Lüftungsöffnungen
besitzt (wichtig für Selbstbauten). Nur dann können die Pfeifen richtig
austrocknen ... außerdem riecht der Schrank dann nicht so streng.
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3.4.6 Pfeifentaschen
Wer seine Pfeifen gerne überall mit hin nimmt, kommt um die Anschaffung
einer Pfeifentasche nicht herum. Leder sieht gut aus und ist haltbarer,
ist aber auch ziemlich teuer, schonender für den Geldbeutel sind Taschen
aus Kunstleder.
Wie viele Pfeifen hineinpassen sollen, muß man schon selber wissen,
aber besser etwas größer kaufen, als später seine wertvollen Pfeifen
zusammenzuquetschen. Meistens gibt es davon unschöne Druckstellen an
den Köpfen.
Manche Taschen bieten auch noch die praktische Möglichkeit, ein paar
Pfeifenreiniger, das Besteck und etwas Tabak mitzunehmen, damit hat
man dann immer alles beisammen.
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